Die Radonbelastung in deutschen Wohnhäusern variiert stark, mit einem bundesweiten Durchschnitt von etwa 50–65 Becquerel pro Kubikmeter (Bq/m³), wobei regionale Unterschiede bestehen und in Hochrisikogebieten sowie in einigen Gebäuden (ca. 3–5 %) Werte über dem Referenzwert von 300 Bq/m³ liegen, die ein erhöhtes Lungenkrebsrisiko darstellen. Etwa 10,5 Millionen Menschen sind Werten über 100 Bq/m³ ausgesetzt, fast 2 Millionen sogar über 300 Bq/m³, wobei Extremwerte über 1.000 Bq/m³ vorkommen können.
Wo in Deutschland ist die Radonbelastung am höchsten?
Die Radon-Konzentrationen im Erzgebirge und in Teilen des Bayerischen Waldes, sowie in Teilen des Saarlands liegen höher als in vielen anderen Gebieten Deutschlands. In diesen Gebieten sind auch die Radon-Konzentrationen in der Bodenluft erhöht.
In welchen Häusern kommt Radon vor?
Zu einem geringen Teil gelangt es auch aus Baumaterialien und aus Trink- und Brauchwasser in Gebäude. Dort kann Radon Lungenkrebs verursachen. Das Gas kann sich in alle Räume ausbreiten. In der Regel ist die Konzentration im Keller und im Erdgeschoss am höchsten.
Wie hoch darf der Radonwert im Haus sein?
Radon Grenzwerte
Das Bundesamt für Strahlenschutz selbst empfiehlt jedoch einen Wert von 100 Bq/m³ nicht zu überschreiten.
Welche Symptome treten bei Radonbelastung auf?
Radon verursacht keine direkten, frühen Symptome wie Kopfschmerzen oder Übelkeit; es ist ein unsichtbares Gesundheitsrisiko, das über lange Zeit wirkt und hauptsächlich zu Lungenkrebs führt, da seine Zerfallsprodukte im Lungengewebe verbleiben und strahlen. Eine akute, sehr hohe Dosis kann zwar kurzfristig Übelkeit, Appetitlosigkeit oder Müdigkeit auslösen, doch die Hauptgefahr besteht in der langfristigen Exposition, die erst nach Jahren oder Jahrzehnten zu Lungenkrebs führt, insbesondere bei Nichtrauchern.
Gefahr durch Radon im eigenen Zuhause | Lungenkrebs durch unsichtbares Gas? | BR
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Wie erkennt man, ob man Radon im Haus hat?
Nur ein Test kann Aufschluss darüber geben, ob in Ihrem Haus erhöhte Radonwerte vorliegen . Radonmessungen können von einem Radonmessgerät durchgeführt werden oder mit einem Radon-Testkit für den Eigengebrauch aus dem Baumarkt.
Ist in jedem Keller Radon?
Nein, nicht in jedem Keller gibt es erhöhte Radonwerte, aber es kann in fast jedem Keller vorkommen, da das Gas aus dem Boden aufsteigt und sich dort, besonders in älteren, nicht perfekt abgedichteten Häusern in bestimmten Regionen, anreichern kann, was eine Messung zur Sicherheit ratsam macht, um Lungenkrebsrisiken vorzubeugen.
Reduziert das Öffnen eines Fensters den Radonwert?
Das Öffnen von Fenstern oder der Einsatz von Ventilatoren können die Radonkonzentration vorübergehend senken, indem sie die Luftzirkulation erhöhen und das Gas in Innenräumen verdünnen . Das Problem dabei ist jedoch: Radon dringt weiterhin ins Haus ein, auch wenn die Luft zirkuliert. Dieser Effekt verschwindet, sobald die Fenster geschlossen werden.
Ist Radon im Winter höher?
Innenraumschadstoffe wie das radioaktive Gas Radon können sich stärker anreichern als im Sommer. Das Bundesamt für Strahlenschutz ( BfS ) rät daher dazu, die kalte Jahreszeit für eine Radon-Messung zu nutzen. Radon kann Lungenkrebs verursachen, wenn man hohen Konzentrationen dauerhaft ausgesetzt ist.
Wie kann man Radon im Wohnbereich senken?
Lüften ist eine einfache Sofortmaßnahme, um die Radonmenge in einem Raum rasch zu senken. Die frische Luft von draußen verdünnt das Radon im Gebäude. Werden Fenster und Türen geschlossen, steigt die Radonkonzentration jedoch erneut an. Daher ist es wichtig, regelmäßig zu Lüften.
Wo ist die Strahlung in Deutschland am höchsten?
In den alten Mittelgebirgen wie dem Bayrischen Wald, Schwarzwald und Erzgebirge ist sie am höchsten (siehe Gamma-Ortsdosis; oben). Dies spiegelt sich in der Gamma-Ortsdosisleistung wider. Die aktuellen Messwerte für ganz Deutschland können beim Bundesamt für Strahlenschutz abgerufen werden.
Kann Radon durch Beton?
Laut einer Untersuchung des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) setzen marktübliche Baumaterialien wie Beton, Ziegel, Porenbeton oder Kalksandstein nur geringe Mengen Radon frei, meist deutlich unter 20 Becquerel pro Kubikmeter.
Welcher Radonwert ist unbedenklich?
Als Maßstab für die Prüfung der Angemessenheit von Maßnahmen zum Schutz vor Radon dient gemäß Strahlenschutzgesetz ein Referenzwert von 300 Becquerel pro Kubikmeter.
Was tun bei zu hoher Radonbelastung?
Diese Maßnahmen werden international angewandt.
- Lüften. ...
- Abdichten von Türen und Leitungen zum Keller. ...
- Eintrittswege des Radons ins Gebäude abdichten. ...
- Radonhaltige Bodenluft absaugen. ...
- Radon-Fachperson hinzuziehen. ...
- Schutzmaßnahmen bei Neubauten.
Wo sammelt sich Radon im Raum?
Das radioaktive Gas Radon entsteht im Erdboden und kann dem Bundesamt zufolge bei geringsten Undichtigkeiten des Bodens in Gebäude eindringen. Erhöhte Radon-Konzentrationen treten dann überwiegend in Kellerräumen und Erdgeschoss-Bereichen auf.
Wie kann Radon austreten?
Radon (222Rn) bildet jedoch eine Ausnahme. Als Edelgas kann es aus dem Gestein austreten und in Bodenporen eindringen. Aufgrund der relativ langen Lebensdauer des Radons (Halbwertszeit 3,8 Tage) kann es an die Erdoberfläche diffundieren und dort austreten.
Ist in jedem Haus Radon?
Aus dem Baugrund gelangt Radon ins Freie und auch in Gebäude. Dadurch kommt Radon in allen Innenräumen vor. Alte Gebäude sind häufiger betroffen als neue Gebäude, Gebäude mit Keller häufiger als ohne Kellergeschoss.
Welche Krankheiten löst Radon aus?
Das radioaktive Gas Radon und seine Zerfallsprodukte gelangen beim Einatmen in die Lunge. Beim weiteren radioaktiven Zerfall entsteht energiereiche Strahlung, welche die gesunden Zellen des Lungengewebes schädigen kann. Dadurch kann Lungenkrebs entstehen.
Wie bemerkt man Radon?
Ob ein bestimmtes Gebäude erhöhte Radonkonzentrationen aufweist, lässt sich in der Regel nur durch Messungen in der Innenraumluft feststellen. Radonmessungen in Gebäuden sind in der Regel kostengünstig und einfach durchzuführen. Ein Radonexposimeter hat die Form einer kleinen Plastikdose.
Kann Radon durch Glas entweichen?
Neben der direkt vom Uran-Zerfall ausgehenden ionisierenden Strahlung bilden auch seine Zerfallsprodukte eine Kette von strahlungsaktiven Elementen wie zum Beispiel Radium oder Radon. Letzteres kann als Gas durch Mikrorisse im Glas entweichen und sich in schlecht belüfteten Räumen ansammeln.
Wie erkenne ich Radon im Keller?
Am einfachsten lässt sich die Radon-Konzentration in der Raumluft mit einem so genannten passiven Detektor ("Kernspurdosimeter") messen. Passive Detektoren sind kleine Plastikbehälter, die keinen Strom benötigen, weder Licht noch Geräusche aussenden, sondern lediglich ausgelegt werden.
Wie schütze ich mich vor Radon?
Bei stark erhöhten Radonwerten in bestehenden Gebäuden können bauliche Maßnahmen helfen, wie etwa eine Lüftungsanlage oder das Abdichten von Öffnungen zum Boden, damit das Radon schwerer in das Gebäude eindringen kann. Für Neubauten ist es sinnvoll, den Schutz vor Radon von Anfang an in die Bauplanungen einzubeziehen.
Ist im Keller schlafen gesund?
Die Luftqualität im Haus wird durch Feuchtigkeit und Schimmelbildung im Keller deutlich beeinträchtigt und gefährdet die Gesundheit. Durch Feuchtigkeit im Keller können Schimmelpilzsporen und andere Schadstoffe freigesetzt werden, die sich in der Luft im ganzen Haus verteilen können.
Wo in Deutschland ist die radioaktive Belastung besonders hoch?
Wo in Deutschland ist die Belastung besonders hoch? Die höchsten Konzentrationen von Radon 222 in der Bodenluft sind laut den Karten des Bundesamts für Strahlenschutz (BfS) in Deutschland am Alpenrand, im Schwarzwald, im Bayerischen Wald, im Fichtelgebirge, im Erzgebirge, im Thüringer Wald und im Harz zu finden.
Wie viel kostet eine Radonsanierung?
Erfahrungen aus Radonprogrammen und dem Bereich der energetischen Sanierung verweisen auf Förderquoten von 20 Prozent bis hin zu 100 Prozent, jeweils versehen mit einem Deckelbetrag, der bei den erwartbaren/üblichen Kosten einer Radonsanierung liegt (500 bis 5.000 Euro).
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