Wie gefährlich sind Legionellen wirklich?

Legionellen sind Bakterien, die für Gesunde meist harmlos sind, aber bei Einatmung von zerstäubtem Wasser eine schwere Lungenentzündung (Legionärskrankheit) oder ein grippeähnliches Fieber (Pontiac-Fieber) auslösen können, besonders gefährdet sind Immungeschwächte, Ältere und Kranke, wobei die Legionärskrankheit unbehandelt tödlich verlaufen kann. Die Infektion erfolgt durch das Einatmen der Bakterien, nicht durch Trinken, und die Krankheit zeigt Symptome wie Husten, Fieber, Atemnot und Kopfschmerzen.

Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, an Legionellen zu erkranken?

Fälle von Legionärskrankheit kommen weltweit vor. Deutschland liegt mit einer Meldeinzidenz von 1,7 Erkrankungen pro 100.000 Einwohner (2018) leicht unter dem aktuellen europäischen Durchschnitt von 1,8 Erkrankungen pro 100.000 Einwohner [1, 2].

Was passiert, wenn ich Wasser mit Legionellen trinke?

Beim Trinken von erregerhaltigem Wasser besteht in der Regel keine Infektionsgefahr, da die Legionellen im Magen von der Magensäure abgetötet werden. In seltenen Fällen erfolgt die Ansteckung, wenn kontaminiertes Wasser beim Verschlucken versehentlich in die Luftröhre gelangt.

Was passiert, wenn man Legionellen einatmet?

Symptome der Erkrankung sind Husten, Schüttelfrost, Kopfschmerzen, schweres Krankheitsgefühl und hohes Fieber sowie Durchfall oder Verwirrtheitszustände. Die Inkubation dauert zwei bis zehn Tage.

Wann ist die Gefahr von Legionellen?

Bis zu Temperaturen von etwa 20 °C vermehren sich Legionellen nur sehr langsam, so dass in diesem Bereich schon wegen der zu erwartenden geringen Konzentration das Erkrankungsrisiko als gering einzuschätzen ist. Erst über 20 °C steigt die Vermehrungsrate allmählich an und ist zwischen 25 und 45 °C optimal.

Legionellen - So gefährlich sind sie | AOK

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Wie lange muss ich meine Dusche laufen lassen, damit ich keine Legionärskrankheit bekomme?

Um Legionellen vorzubeugen, lassen Sie nach längerer Abwesenheit (mehrere Tage) das Wasser in der Dusche für mindestens 2-3 Minuten laufen (kalt und dann heiß) und verlassen Sie dabei das Bad, um Aerosole zu vermeiden; idealerweise sollte das Wasser auf die heißeste Stufe gedreht werden, um die Keime abzutöten, und generell gilt: Leitungen alle 24-72 Stunden spülen und Warmwasserspeicher auf mindestens 60°C einstellen. 

Wie viele Tote gab es durch Legionellen in Deutschland?

Jedes Jahr sterben in Deutschland schätzungsweise 4.500 Menschen an den Folgen einer Legionellen-Infektion. Auslöser sind Bakterien, die sich in den Warmwasserleitungen von Gebäuden explosionsartig vermehren können.

Wer stirbt an Legionellen?

Der weltweit erste bekannte Tote, der einer Legionellen-Infektion zum Opfer fiel, hieß Ray Brannon. Der 61-Jährige starb am 27. Juli 1976. Angesteckt hatte er sich drei Tage zuvor bei einem Treffen von rund 2.000 Air-Force-Veteranen im Ballsaal eines Hotels in Philadelphia.

Was sollte man tun, wenn man einen positiven Legionellenbefund hat?

Was tun nach einem positiven Legionellenbefund? Nach einem positiven Legionellenbefund sollten die Temperaturen im betroffenen Leitungssystem auf mindestens 60 Grad Celsius erhöht oder die komplette Anlage desinfiziert werden.

Warum darf man bei Legionellen nicht Duschen?

Zur Gesundheitsgefahr werden sie, wenn erregerhaltige Aerosole eingeatmet werden. Das kann zum Beispiel beim Aufdrehen des Wasserhahns oder beim Duschen der Fall sein. Gelangen die Legionellen in die Lunge, können sie eine schwere Lungenentzündung (Pneumonie) auslösen.

Tötet kochendes Wasser Legionellen ab?

Da Legionellen bei Wassertemperaturen über 60 °C absterben, kann Abkochen sie abtöten . Ist die Legionellenkonzentration in einem Wassersystem jedoch sehr hoch, sind sofortige und umfassendere Maßnahmen erforderlich, um die Legionärskrankheit vollständig zu verhindern.

Wie schnell merkt man eine Legionellen-Erkrankung?

Etwa 2 bis 10 Tage nach Kontakt mit dem Bakterium zeigen sich bei den Infizierten die ersten Beschwerden. Die Erkrankung äußert sich zunächst durch allgemeines Unwohlsein, Gliederschmerzen, Kopfschmerzen und Reizhusten.

Wie lange sollte man Wasser nach Abwesenheit laufen lassen?

Liebe Bewohnerinnen und Bewohner, nach längerer Abwesenheit, zum Beispiel nach einem Urlaub, ist es wichtig, die Wasserleitungen vor der Nutzung gut durchzuspülen. Lassen Sie alle Wasserhähne und Duschbrausen mindestens drei Minuten lang heiß laufen.

Ist die Legionellenkrankheit tödlich?

90 % der humanen Legionellosen nachgewiesen wurde. Die Legionellose (Legionärskrankheit) ist eine schwere, oft tödlich verlaufende Lungenentzündung, hauptsächlich verursacht durch Inhalation von Aerosol, kontaminiert mit Legionella pneumophila oder seltener mit anderen Legionella-Arten.

Warum sind Männer anfälliger für Legionellen?

Zu den Risikofaktoren, die zu dem höheren Anteil an Fällen bei Männern im Vergleich zu Frauen beitragen, zählen Unterschiede in der Berufswahl (Männer arbeiten häufiger in Industrie- und körperlich anstrengenden Berufen) sowie Lebensstil-bedingte Risikofaktoren wie Alkoholkonsum und Rauchen.

Welche Organe befallen Legionellen?

Eine Legionelleninfektion von anderen Organen anstelle der Lunge ist äußerst selten, verläuft allerdings sehr problematisch und tritt fast nur in Krankenhäusern auf. Meistens sind Herz oder Nieren betroffen. Solche Infektionen erfolgen vermutlich über verunreinigte Operationswunden oder Versorgungsschläuche.

Kann man mit Legionellen befallenes Wasser Trinken?

Das Wasser zu trinken ist im Regelfall unbedenklich. Beim Trinken ist eine Ansteckung mit Legionellen nur möglich, wenn zum Beispiel Wasser beim Verschlucken versehentlich über die Luftröhre in die Lunge gelangt. Gelangen die Erreger in hoher Konzentration in die Lunge, können sie krank machen.

Was tun, wenn ein Wassertest positiv auf Legionellen ausfällt?

Eine gründliche Desinfektion und Durchspülung des gesamten Systems, gegebenenfalls verbunden mit intensiver Reinigung und Wartung , ist in diesem Fall oft die einzige Lösung. Auch die regelmäßige Zugabe von Desinfektionsmittel zum System kann erforderlich sein.

Was tötet Legionellen ab?

Legionellen abtöten. Das Prinzip der thermischen Desinfektion ist einfach: Ab einer Temperatur von 55 °C können sich Legionellen nicht mehr vermehren. Darum wird jede Zapfstelle mit über 60 °C heißem Wasser gespült. Bei dieser Temperatur sterben die Keime ab.

Was passiert, wenn man an Legionellen erkrankt?

Legionellen-Bakterien verursachen durch Einatmen von Wassernebel grippeähnliche Symptome (Pontiac-Fieber) oder eine schwere Lungenentzündung (Legionärskrankheit), die mit hohem Fieber, Husten, Schüttelfrost, Kopfschmerzen und Durchfall einhergehen kann und unbehandelt lebensbedrohlich ist, besonders bei Risikogruppen wie Älteren und Immunschwachen. Die Ansteckung erfolgt nicht durch Trinken, sondern durch Aerosole aus warmem Wasser (Duschen, Klimaanlagen).
 

Sind Legionellen immer gefährlich?

Legionärskrankheit – deshalb sind Legionellen gefährlich

Die schwer verlaufende Legionärskrankheit (Legionellose) kann auf einen Legionellenbefall zurückgeführt werden. Unbehandelt kann diese Lungenentzündung die Gesundheit stark beeinträchtigen und bis zum Tod führen.

Wie oft gibt es Legionellen in Deutschland?

In Deutschland sind jährlich schätzungsweise 6.000 bis 10.000 Menschen von der Legionärskrankheit betroffen. Zu Legionellen-Infektionen kommt es, wenn Betroffene fein zerstäubten, legionellenhaltigen Wassernebel eingeatmet haben.

Wie merkt man, dass man an Legionellen erkrankt ist?

Legionellen erkennt man an Symptomen einer schweren Lungenentzündung (Legionärskrankheit) wie hohem Fieber, Husten, Schüttelfrost, Kopf- und Brustschmerzen, manchmal mit Durchfall und Verwirrtheit, oder an einer milderen grippeähnlichen Form (Pontiac-Fieber). Eine sichere Diagnose erfordert Laboruntersuchungen von Atemwegs- oder Urinproben, da die Bakterien im Wasser selbst unsichtbar sind.
 

Was soll ich tun, wenn meine Legionellenprüfung positiv ist?

Eine Meldung unauffälliger Untersuchungsbefunde, d.h. <101 Legionellen / 100 ml, ist nicht erforderlich. Wird bei einer systemischen/orientierenden Untersuchung der technische Maßnahmenwert (100 KBE/100 ml) überschritten, muss das künftig vom Trinkwasserlabor an das Gesundheitsamt gemeldet werden.

Wer ist schuld an Legionellen?

Konkret heißt das: Verantwortlich für das Trinkwasser ist der Eigentümer der Trinkwasserinstallation (TWI) ab dem Übergabepunkt des Wasserversorgungsunternehmens, was meist dem Wasserzähler entspricht.