Wer hat in einer Erbengemeinschaft das Recht, über den Nachlass zu entscheiden?

In einer Erbengemeinschaft entscheiden alle Miterben gemeinsam, wobei die Entscheidungsgewalt je nach Art der Maßnahme variiert: Für die ordentliche Verwaltung (Alltag) reicht oft eine Stimmenmehrheit (nach Erbanteilen), für wesentliche Entscheidungen (Verkauf, grundlegende Veränderungen) ist jedoch Einstimmigkeit aller Miterben erforderlich, da jeder Miterbe grundsätzlich nur über seinen Anteil, nicht aber über den gesamten Nachlass allein verfügen darf. Bei Blockaden kann ein Testamentsvollstrecker oder ein Beauftragter die Entscheidungen treffen.

Wer hat in einer Erbengemeinschaft das Sagen?

Wer hat in einer Erbengemeinschaft das Sagen? In einer Erbengemeinschaft haben alle Erben gemeinschaftlich das Sagen. Grundsätzlich müssen Entscheidungen von allen Erben einstimmig getroffen werden. Maßnahmen einer ordnungsgemäßen Verwaltung können hingegen von den Erben mit Stimmenmehrheit getroffen werden.

Wer regelt den Nachlass bei einer Erbengemeinschaft?

Bei einer Erbengemeinschaft regelt sich der Nachlass durch die gemeinschaftliche Verwaltung aller Miterben (§ 2038 BGB), wobei Entscheidungen über die ordentliche Verwaltung mit einfacher Mehrheit, über wesentliche Veräußerungen (z.B. Immobilienverkauf) einstimmig getroffen werden müssen, oder ein Testamentsvollstrecker ( falls vorhanden) die alleinige Verantwortung trägt, bis der Nachlass durch die sogenannte Auseinandersetzung (Teilung) aufgelöst wird.
 

Welche Entscheidungen muss eine Erbengemeinschaft treffen?

Erbengemeinschaften müssen Entscheidungen einstimmig fällen

Eine Erbengemeinschaft muss alle Entscheidungen, die das Erbe betreffen, gemeinsam und einstimmig fällen. Auch Verträge können sie nur gemeinsam unterzeichnen. Wenn ein einziger Erbe nicht einverstanden ist, ist die Erbengemeinschaft handlungsunfähig.

Wer darf bei einer Erbengemeinschaft handeln?

Rechte in der Erbengemeinschaft

Kein Miterbe darf eigenmächtig handeln. Über wichtige Entscheidungen – z. B. Verkauf eines Hauses – müssen alle Erben gemeinsam entscheiden.

Wie läuft eine Erbengemeinschaft ab – und wie komme ich da wieder raus?

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Wer verwaltet den Nachlass in einer Erbengemeinschaft?

Die Verwaltung des Nachlasses steht in der Erbengemeinschaft den Erben gemeinschaftlich zu. Zur ordnungsgemäßen Verwaltung ist jeder Miterbe verpflichtet. Notwendige Erhaltungsmaßnahmen kann aber jeder Miterbe allein treffen.

Wer hat das Hausrecht in einer Erbengemeinschaft?

Wer hat Hausrecht bei Erbengemeinschaft? Das Hausrecht in einer Erbengemeinschaft steht grundsätzlich allen Miterben gemeinsam zu. Kein einzelner Miterbe darf ohne Zustimmung der anderen Miterben über die Immobilie verfügen oder Dritten Zugang gewähren.

Kann eine Erbengemeinschaft für immer bestehen?

Für die Auseinandersetzung einer Erbengemeinschaft gibt es keine Fristen, grundsätzlich kann daher eine Erbengemeinschaft jahrzehntelang bestehen und beibehalten werden.

Welche Auskunftspflichten haben Geschwister in einer Erbengemeinschaft?

Geschwister in einer Erbengemeinschaft sind gemäß § 2057 BGB gegenseitig dazu verpflichtet, nach Verlangen Auskunft über alle Zuwendungen zu erteilen, die auch nur möglicherweise nach den gesetzlichen Regeln auszugleichen sind.

Was tun, wenn in einer Erbengemeinschaft einer blockiert?

Wenn ein Erbe die Auseinandersetzung des Nachlasses blockiert und auch keine Auszahlung akzeptiert, muss eine gerichtliche Lösung her. Hier kann die Teilungsklage helfen. Eine Teilungsklage wird oft auch Erbteilungsklage oder noch genauer Erbauseinandersetzungsklage genannt.

Wer muss den Nachlass regeln?

In Deutschland besteht grundsätzlich keine Pflicht für den Erblasser, seinen Nachlass vor dem Erbfall zu regeln. Ohne individuelle Nachfolgeregelungen greift im Todesfall unumgänglich die gesetzliche Erbfolge. Hierbei wird der Nachlass je nach Verwandtschaftsverhältnis unter den Angehörigen des Erblassers aufgeteilt.

Kann man eine Erbengemeinschaft ohne Notar auflösen?

Können die Erben keine Einigung finden und die Erbengemeinschaft auflösen, dann müssen sie einen Notar beauftragen. Durch die Beauftragung eines Notars entstehen wiederum Kosten für die Erbengemeinschaft. Sollten sich die Miterben trotz Notar nicht einigen können, muss einer der Erben die anderen Mitglieder verklagen.

Wer verteilt das Geld bei einer Erbengemeinschaft?

Sind alle Schulden aus der Erbschaft bezahlt, verteilt die Erbengemeinschaft die Überschüsse nach der Erbquote. Dafür schließen die Erbenden, wenn sie sich einig sind, einen sogenannten Erbauseinandersetzungsvertrag. Der Vertrag regelt, wer was bekommt.

Was ist der Nachteil einer Erbengemeinschaft?

Nachteile einer Erbengemeinschaft sind hohes Konfliktpotenzial durch unterschiedliche Interessen (z.B. Verkauf vs. Bewohnen einer Immobilie), notwendige Einstimmigkeit bei wichtigen Entscheidungen (was Prozesse verlangsamt), eingeschränkte Verfügbarkeit einzelner Nachlassgegenstände und die Zwangsgemeinschaft, die oft bestehende Familienkonflikte verschärft und zu langwierigen, teuren Auseinandersetzungen führen kann. 

Wer ist Bevollmächtigter einer Erbengemeinschaft?

Durch eine Erbengemeinschaft Vollmacht wird zumeist ein Miterbe einer Erbengemeinschaft bevollmächtigt, die Verwaltung des Nachlasses aus einem Testament zu übernehmen. Dabei kann dies durchaus von Vorteil sein, weil eine Erbengemeinschaft dadurch beim Eintritt des Erbfalls bereits handlungsfähig wird.

Welche Auskunftsrechte haben Miterben in einer Erbengemeinschaft?

Gemäß § 2314 BGB haben Pflichtteilsberechtigte einen Auskunftsanspruch gegenüber den Miterben. Dieser umfasst auch Angaben zu Schenkungen des Erblassers. § 2121 BGB sieht vor, dass Nacherben gegenüber den Vorerben Auskunftsansprüche haben. In besonderen Fällen haben sie gemäß § 2127 BGB zudem ein Sonderauskunftsrecht.

Hat jeder Erbe das Recht auf Kontoeinsicht?

Das bedeutet, dass jeder Miterbe grundsätzlich das Recht hat, Kontoauszüge der Konten des Erblassers sowie der Erbengemeinschaft selbst einzusehen. Das Einsehen von Kontoauszügen kann somit als Ausübung des Rechts zur Mitverwaltung des Nachlasses betrachtet werden.

Kann ein Erbe aus einer Erbengemeinschaft bestimmen, ob ein andere Erbe alleine das Haus betreten darf?

Kein einzelner Miterbe darf allein bestimmen, wer Zugang zur Immobilie erhält. Wird der Zugang blockiert, lässt sich der Zutritt regelmäßig gerichtlich sichern – insbesondere im Wege der einstweiligen Verfügung (§§ 935 ff. ZPO).

Sind Mutter und Tochter eine Erbengemeinschaft?

„Erbengemeinschaften sind Streitgemeinschaften“, heißt es nicht ohne Grund unter Fachleuten. Bei einer Familie mit Kindern entsteht z. B. zwischen Mutter und Kindern eine Erbengemeinschaft, wenn der Vater zuerst verstirbt und keine Regelungen getroffen hat.

Wie komme ich legal aus einer Erbengemeinschaft raus?

Es gibt drei Möglichkeiten, eine Erbengemeinschaft aufzulösen: einvernehmlich zwischen den Miterben, streitig mit Teilungsversteigerung und Rechtsanwalt sowie durch den Verkauf des Erbteils.

Wer bekommt den Erbschein bei mehreren Erben?

Grundsätzlich kann jeder einzelne Miterbe einen Erbschein beantragen, mit dem er sich gegenüber Dritten als rechtmäßigen Erben ausweisen kann. Will die Erbengemeinschaft jedoch gemeinsam auftreten und gegenüber Banken, Versicherern und Grundbuchamt handeln, so ist häufig ein gemeinschaftlicher Erbschein vonnöten.

Kann ein Miterbe eine Auszahlung verlangen?

Als Miterbe haben Sie keinen Anspruch darauf, dass man Sie "ausbezahlt" und so aus der Erbengemeinschaft "entlässt". Sie können aber versuchen, Ihren Erbteil an einen anderen Miterben oder einen Investor zu verkaufen, oder im Wege der sogenannten Abschichtung gegen eine Zahlung aus der Erbengemeinschaft auszuscheiden.

Wird mietfreies Wohnen auf das Erbe angerechnet?

Keine Berücksichtigung bislang mietfreien Wohnens bei Erbauseinandersetzung (LG Kaiserslautern, Urteil vom 19.03.2021 - 3 O 795/17) Der Fall: Der Erblasser hinterließ neben seiner als Alleinerbin eingesetzten Ehefrau noch drei Kinder.

Wer steht bei Erbengemeinschaft im Grundbuch?

Grundbuchberichtigung bei Erbengemeinschaften

Wird eine Erbengemeinschaft Immobilieneigentümer, kann jeder der Miterben den Antrag auf Grundbuchberichtigung stellen. Grundsätzlich werden dann alle Mitglieder der Erbengemeinschaft im Grundbuch eingetragen.

Was passiert, wenn man das Grundbuch nicht berichtigen lässt?

Grundbuchamt kann Zwangsgeld festsetzen

Dort ist vorgesehen, dass zur Durchsetzung einer Anordnung ein Zwangsgeld von bis zu 25.000 Euro und unter Umständen sogar Zwangshaft festgesetzt werden kann.