Welche Pflegestufen gibt es 2023?

In Deutschland gab es 2023 das System der fünf Pflegegrade (PG), die die Schwere der Pflegebedürftigkeit abbilden, von PG 1 (geringe Beeinträchtigung) bis PG 5 (schwerste Beeinträchtigung), wobei die Leistungen (Pflegegeld, Pflegesachleistungen) je nach Grad gestaffelt waren, wie z.B. Pflegesachleistungen von 724 € (PG 2) bis über 2.000 € (PG 5) und Pflegegeld von 347 € (PG 2) bis 905 € (PG 5).

Wie viel Geld gibt es bei den Pflegestufen 1 bis 5?

Für die Pflegegrade 1 bis 5 gibt es unterschiedliche Geldleistungen, wobei Pflegegrad 1 nur den Entlastungsbetrag (131 €) erhält, während höhere Grade (2-5) höhere Beträge für Pflegegeld (wenn Angehörige pflegen, z.B. 990 € bei PG 5) oder Pflegesachleistungen (wenn Pflegedienste zahlen, z.B. 2.299 € bei PG 5) bekommen, sowie zusätzliche Leistungen wie Verhinderungspflege, Kurzzeitpflege und Zuschüsse für Wohnraumanpassungen. 

Was darf man bei Pflegegrad 2 nicht mehr können?

Bei Pflegegrad 2 dürfen Sie nicht mehr vollständig selbstständig sein, sondern sind erheblich in Ihrer Selbstständigkeit eingeschränkt, z. B. bei der Mobilität, Körperpflege, Ernährung, Medikamenteneinnahme oder Haushaltsführung, benötigen also Hilfe in mehreren Lebensbereichen und sind nicht mehr in der Lage, diese komplett allein zu bewältigen. Sie sind auf Unterstützung angewiesen, können aber mit passenden Hilfsmitteln und Pflegeleistungen noch relativ gut am Alltag teilnehmen, auch wenn kognitive oder kommunikative Fähigkeiten eingeschränkt sein können. 

Kann man mit Pflegegrad 3 noch alleine leben?

Ja, mit Pflegegrad 3 kann man grundsätzlich alleine leben, aber nur mit umfassender Unterstützung, da eine "schwere Beeinträchtigung der Selbstständigkeit" vorliegt. Dies erfordert eine barrierefreie Wohnung, regelmäßige Hilfe durch ambulante Pflegedienste, Nachbarn oder Angehörige sowie die Nutzung von Leistungen wie Pflegegeld, Sachleistungen und Betreuungsangeboten (z.B. Tagespflege), um die täglichen Aufgaben sicherzustellen. 

Welcher Pflegegrad Tabelle?

Pflegegrade in Deutschland werden nach dem Grad der Selbstständigkeit in 5 Stufen eingeteilt, basierend auf einem Punktesystem (12,5 bis über 90 Punkte), wobei höhere Grade mehr Leistungen bedeuten: PG 1 (gering) 12,5-26,9 Pkt., PG 2 (erheblich) 27-47,4 Pkt., PG 3 (schwer) 47,5-69,9 Pkt., PG 4 (schwerst) 70-89,9 Pkt., PG 5 (in besonderen Fällen) 90+ Pkt. Die Leistungen umfassen Pflegegeld, Pflegesachleistungen, Entlastungsbeträge und Zuschüsse für Wohnraumanpassungen, die mit steigendem Pflegegrad zunehmen. 

Pflegegrad 2 2025: Das steht euch zu! Geld, Leistungen - Pflegestufe 2

31 verwandte Fragen gefunden

Bei welchem Pflegegrad bekommt man was?

Die Pflegegrade gliedern sich wie folgt: Pflegegrad 1: geringe Beeinträchtigung der Selbständigkeit oder der Fähigkeiten. Pflegegrad 2: erhebliche Beeinträchtigung der Selbständigkeit oder der Fähigkeiten. Pflegegrad 3: schwere Beeinträchtigung der Selbständigkeit oder der Fähigkeiten.

Wie oft bekommt man die 4.000 € von der Pflegekasse?

Den Zuschuss von bis zu 4.000 € (ab 2025: 4.180 €) für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen können Sie mehrmals beantragen, wenn sich Ihre Pflegesituation ändert und weitere Maßnahmen nötig werden; er gilt pro Maßnahme und pro Person, sodass bei mehreren Pflegebedürftigen im Haushalt bis zu 16.720 € möglich sind. Es gibt also keine feste Begrenzung, solange der Bedarf für eine neue Anpassung besteht. 

Was darf man bei Pflegegrad 3 nicht mehr koennen?

Was kann man bei Pflegegrad 3 nicht mehr alleine bewältigen? Alltägliche Tätigkeiten wie die Körperhygiene, das Anziehen, die Nahrungsaufnahme oder die eigene Versorgung können nicht mehr ohne Hilfe von außen ausgeführt werden.

Was darf man beim MDK nicht sagen?

Beim MDK (Medizinischer Dienst der Krankenversicherung) sollten Sie nicht beschönigen, lügen oder den Pflegefall "üben", da dies zu einer falschen Einschätzung führt; stattdessen ehrlich alle Einschränkungen zeigen, auch die peinlichen, und den normalen Alltag glaubwürdig darstellen, einschließlich der Nutzung von Hilfsmitteln und der benötigten Hilfe bei alltäglichen Aufgaben wie Waschen oder Anziehen, um den tatsächlichen Pflegebedarf korrekt abzubilden. 

Kann man mit Pflegegrad 3 noch Autofahren?

Ja, grundsätzlich darf man auch mit einem Pflegegrad weiterhin Auto fahren. Ein Pflegegrad allein führt nicht zum Entzug der Fahrerlaubnis. Wichtig ist jedoch, dass die körperliche und geistige Fahrtüchtigkeit gegeben ist, um sicher am Straßenverkehr teilzunehmen.

Bei welchen Krankheiten bekommt man Pflegegrad 2?

Pflegegrad 2 wird bei erheblichen Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit vergeben, die durch viele verschiedene Krankheiten verursacht werden können, wie Demenz, Schlaganfall, Multiple Sklerose, schwere Depressionen, aber auch chronische Schmerzen (Arthritis, Arthrose) oder Folgen von Diabetes, wenn diese zu einem regelmäßigen Unterstützungsbedarf bei Körperpflege, Ernährung, Mobilität oder Haushaltsführung führen. Es geht nicht um eine einzelne Krankheit, sondern um den Grad der Pflegebedürftigkeit, der sich in der Begutachtung zeigt. 

Was muss man sagen, um Pflegegrad 2 zu bekommen?

Pflegegrad 2 bedeutet eine „erhebliche Beeinträchtigung der Selbstständigkeit“. Sie erhalten Pflegegrad 2 wenn in Ihrem Pflegegutachten 27 bis unter 47,5 Punkte für die Einschränkung Ihrer Selbständigkeit festgestellt werden. Mit dem Pflegegrad können Sie Leistungen der Pflegeversicherung beanspruchen.

Wie viele Stunden Pflege in der Woche bei Pflegegrad 2?

Bei Pflegegrad 2 sind durchschnittlich ca. 3 Stunden Pflege täglich vorgesehen, was wöchentlich etwa 21 Stunden entspricht, wobei der Fokus auf mindestens 120 Minuten (2 Stunden) Grundpflege (Körperpflege, Mobilität, Ernährung) pro Tag liegt; der genaue Umfang hängt vom individuellen Bedarf ab und kann durch professionelle Pflegedienste oder pflegende Angehörige abgedeckt werden. Für pflegende Angehörige gibt es zudem Vorteile, wenn sie mindestens 10 Stunden pro Woche (verteilt auf mindestens 2 Tage) pflegen. 

Was darf ich mit Pflegegeld machen?

Das Pflegegeld kann als nicht zweckgebundene Leistung frei eingesetzt werden, ist also nicht zweckgebunden. Oft wird es als finanzielle Entlohnung für pflegende Angehörige genutzt, es kann aber auch zur Finanzierung einer häuslichen Pflegekraft oder einer Seniorenbetreuung verwendet werden.

Hat man bei Pflegegrad 1 Anspruch auf Haushaltshilfe?

Ja, bei Pflegegrad 1 bekommt man eine Haushaltshilfe, finanziert über den monatlichen Entlastungsbetrag von 131 Euro, der zweckgebunden für haushaltsnahe Dienstleistungen wie Einkaufen, Reinigung oder Begleitung genutzt werden kann, sofern der Anbieter zertifiziert ist. Dies ist keine separate Leistung, sondern eine Nutzung dieses Budgets für Alltagsbegleitung und Unterstützung im Haushalt, was oft besser passt als professionelle Pflege, da der Bedarf meist im Haushalt liegt.
 

Was steht mir bei Pflegestufe 1 alles zu?

Mit Pflegegrad 1 (früher Pflegestufe 1) gibt es kein direktes Pflegegeld, aber wichtige Unterstützung wie den monatlichen Entlastungsbetrag von 131 €, bis zu 40 € für Verbrauchspflegehilfsmittel, bis zu 4.000 € für Wohnraumanpassung, sowie Zuschüsse für den Hausnotruf und digitale Anwendungen. Ziel sind Entlastung der Angehörigen und Förderung der Selbstständigkeit, z.B. durch Anerkennung von Nachbarschaftshilfe. 

Welche Fangfragen stellt der MDK?

Der Medizinische Dienst (MD) stellt "Fangfragen" bei der Pflegebegutachtung, die sich auf sechs Kernbereiche beziehen, um den Pflegegrad zu ermitteln: Mobilität, kognitive/kommunikative Fähigkeiten, Verhaltensweisen/psychische Probleme, Selbstversorgung (Körperpflege, Essen), Umgang mit Krankheit/Therapie sowie Gestaltung des Alltags; Fragen zielen darauf ab, die Selbstständigkeit realistisch zu erfassen, etwa zu Treppensteigen, Medikamenteneinnahme, Entscheidungsfindung, Orientierung (Datum/Uhrzeit) und Hilfe bei Alltagsaktivitäten. Ziel ist es, eine genaue Einschätzung Ihres Unterstützungsbedarfs zu bekommen, nicht Sie hereinzulegen, daher ist Ehrlichkeit wichtig. 

Welche Tipps und Tricks gibt es für die Pflegestufe Begutachtung?

10 Tipps für die Pflegegrad Begutachtung

  1. Sammeln Sie alle relevanten Informationen. ...
  2. Vereinbaren Sie einen Termin, der in Ihre Planung passt. ...
  3. Informieren Sie sich über die Begutachtungskriterien. ...
  4. Beginnen Sie erst, wenn alle wichtigen Personen da sind. ...
  5. Zeigen Sie dem Gutachter einen ganz normalen Tagesablauf.

Was muss für Pflegegrad 2 erfüllt sein?

Für Pflegegrad 2 müssen Sie erheblich in Ihrer Selbstständigkeit eingeschränkt sein, was durch eine Pflegebegutachtung mit 27 bis 47,5 Gesamtpunkten festgestellt wird. Dies bedeutet, dass Sie regelmäßig Unterstützung bei der Körperpflege, Mobilität, Ernährung oder kognitiven Fähigkeiten benötigen, z. B. durch altersbedingte Schwächen, körperliche oder beginnende Demenz-Erkrankungen. Nach dem Antrag bei der Pflegekasse begutachtet der Medizinische Dienst (MD) Ihren Bedarf, um den Pflegegrad zu bestimmen. 

Wie schwer ist es Pflegegrad 3 zu bekommen?

Pflegegrad 3 erhalten Versicherte mit einer anerkannten „schweren Beeinträchtigung der Selbständigkeit“. Das entspricht 47,5 bis unter 70 Punkten im Pflegegutachten.

Was kann man zusätzlich zum Pflegegeld beantragen?

Darüber hinaus können Sie folgende Pflegeleistungen beantragen:

  • Tages- und Nachtpflege.
  • Kurzzeitpflege.
  • Verhinderungspflege.
  • Entlastungsleistungen.
  • Wohnraumanpassung.
  • Hilfsmittel im Pflegeheim.

Wer bekommt die 1000 € Pflegebonus?

Der 1000 € Pflegebonus ist primär das Bayerische Landespflegegeld für Pflegebedürftige ab Pflegegrad 2 mit Hauptwohnsitz in Bayern, das jährlich ausgezahlt wird (wird ab 2026 auf 500 € reduziert), sowie frühere, zeitlich befristete Corona-Pflegeprämien, die an Pflegekräfte in bestimmten Zeiträumen gezahlt wurden (z.B. bis 2022). Für pflegende Angehörige in Österreich gibt es einen ähnlichen Bonus (Angehörigenbonus), der Einkommensgrenzen hat. 

Was kostet es, wenn der Pflegedienst zweimal am Tag kommt?

Die Kosten für einen Pflegedienst mit zwei täglichen Besuchen (Grundpflege) liegen oft zwischen ca. 10 € und 30 € pro Einsatz, was monatlich zu ungefähren Gesamtkosten von 600 € bis über 1.800 € führen kann, je nach Leistungskomplex und Bundesland; ein Großteil davon wird durch Pflegesachleistungen der Pflegekasse (ab Pflegegrad 2) gedeckt, wobei ein Eigenanteil verbleibt. Konkrete Beträge hängen stark von Ihrem individuellen Pflegegrad und den regionalen Sätzen ab, da Pflegekassen Leistungen direkt mit dem Pflegedienst abrechnen. 

Wird ein Dusch-WC von der Pflegekasse bezahlt?

Dusch-WCs sind Hilfsmittel, die bei entsprechender Indikation über die gesetzlichen Krankenkassen (§ 33 SGB V) oder auch die Pflegekassen (§ 40 SGB XI) abgerechnet werden können.