Welche Heilwirkung hat Radon?

Radon hat eine doppelte Wirkung: Einerseits erhöht die langfristige Inhalation seiner radioaktiven Zerfallsprodukte das Lungenkrebsrisiko erheblich, was es zur zweitwichtigsten Ursache nach dem Rauchen macht, da die Alpha-Strahlung das Lungengewebe schädigt. Andererseits werden Radon-Heilkuren gezielt zur Linderung von Schmerzen und Entzündungen bei rheumatischen und degenerativen Gelenkerkrankungen eingesetzt, da die Strahlung Stoffwechselprozesse aktivieren und das Immunsystem positiv beeinflussen kann.

Wie wirkt Radon auf den Körper?

Über die Atemluft gelangt Radon in die menschliche Lunge und kann Lungenkrebs verursachen. Das Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken, ist umso größer, je mehr Radon sich in der Atemluft befindet und je länger Radon eingeatmet wird.

Welche Heilwirkung hat Radon?

Beim Zerfall von Radon entstehen energiereiche Teilchen, die Funktionsstörungen im Körper beseitigen können. Stoffwechsel und Reparaturmechanismen in den Zellen werden aktiviert, Entzündungen gehemmt, die Ausschüttung von schmerzstillenden Endorphinen gefördert und die Selbstheilungskräfte stimuliert.

In welchen Häusern liegt Radon?

Zu einem geringen Teil gelangt es auch aus Baumaterialien und aus Trink- und Brauchwasser in Gebäude. Dort kann Radon Lungenkrebs verursachen. Das Gas kann sich in alle Räume ausbreiten. In der Regel ist die Konzentration im Keller und im Erdgeschoss am höchsten.

Welche Symptome treten bei Radonbelastung auf?

Radon verursacht keine direkten, frühen Symptome wie Kopfschmerzen oder Übelkeit; es ist ein unsichtbares Gesundheitsrisiko, das über lange Zeit wirkt und hauptsächlich zu Lungenkrebs führt, da seine Zerfallsprodukte im Lungengewebe verbleiben und strahlen. Eine akute, sehr hohe Dosis kann zwar kurzfristig Übelkeit, Appetitlosigkeit oder Müdigkeit auslösen, doch die Hauptgefahr besteht in der langfristigen Exposition, die erst nach Jahren oder Jahrzehnten zu Lungenkrebs führt, insbesondere bei Nichtrauchern.
 

RadonTec | Bundesamt für Strahlenschutz - Erklärfilm zu Radon

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Ist in jedem Haus Radon?

Aus dem Baugrund gelangt Radon ins Freie und auch in Gebäude. Dadurch kommt Radon in allen Innenräumen vor. Alte Gebäude sind häufiger betroffen als neue Gebäude, Gebäude mit Keller häufiger als ohne Kellergeschoss.

Wo in Deutschland ist die Radonbelastung am höchsten?

Die Radon-Konzentrationen im Erzgebirge und in Teilen des Bayerischen Waldes, sowie in Teilen des Saarlands liegen höher als in vielen anderen Gebieten Deutschlands. In diesen Gebieten sind auch die Radon-Konzentrationen in der Bodenluft erhöht.

Ist in jedem Keller Radon?

Nein, nicht in jedem Keller gibt es erhöhte Radonkonzentrationen, aber Radon kommt überall im Boden vor und kann in fast jedem Keller eindringen, besonders dort, wo der Keller nicht perfekt abgedichtet ist, wobei die Werte regional und je nach Bausubstanz stark variieren. Das radioaktive Edelgas entsteht im Boden und steigt durch kleinste Undichtigkeiten (Fugen, Risse, Leitungsdurchführungen) in erdberührte Räume auf, wobei die höchsten Konzentrationen typischerweise im Keller und Erdgeschoss zu finden sind. Die Belastung hängt stark von der Geologie der Region ab (z.B. höhere Werte in Süd- und Mitteldeutschland) und kann durch regelmäßiges Lüften reduziert werden.
 

Wie kann man Radon im Wohnbereich senken?

Lüften ist eine einfache Sofortmaßnahme, um die Radonmenge in einem Raum rasch zu senken. Die frische Luft von draußen verdünnt das Radon im Gebäude. Werden Fenster und Türen geschlossen, steigt die Radonkonzentration jedoch erneut an. Daher ist es wichtig, regelmäßig zu Lüften.

Kann Radon durch Beton?

Laut einer Untersuchung des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) setzen marktübliche Baumaterialien wie Beton, Ziegel, Porenbeton oder Kalksandstein nur geringe Mengen Radon frei, meist deutlich unter 20 Becquerel pro Kubikmeter.

Ist Radon gut für Arthrose?

Radon Trinkkur

Bei einer Trinkkur gelangt das Radon direkt in den Magen-Darm-Trakt und entfaltet seine positive Wirkung. Besonders bei degenerativen Gelenkerkrankungen wie Arthrose erweist sie sich als sehr effektiv und kann ebenso in Kombination mit Badekuren verordnet werden.

Welche Heilbäder in Deutschland haben Radon?

Es gibt nur wenige Heilbäder in Europa, die ein natürliches Radon-Vorkommen haben. Das Bayerische Staatsbad Bad Steben hat das Glück, einer der wenigen Orte zu sein, an denen das radonhaltige Wasser aus den tiefen Erdschichten sprudelt.

Wo kommt Radon im Alltag vor?

Radon ist leicht in Wasser löslich und kann über Wasserleitungen auch in Gebäude gelangen: Es wird aus dem Trinkwasser beim Kochen und Duschen freigesetzt oder beim Trinken aufgenommen und trägt so zur Strahlenbelastung des Menschen bei.

Bei welchen Krankheiten hilft Radon?

Radon-Heilkuren werden vor allem bei rheumatischen Erkrankungen angewandt. Dies sind chronisch entzündliche Erkrankungen der Gelenke oder der Wirbelsäule, wie Morbus Bechterew, und chronisch degenerative Erkrankungen der Gelenke oder der Wirbelsäule, also Arthrosen.

Was ist die Schneeberger Krankheit?

Unter dem Begriff "Schneeberger Lun- genkrebs" versteht die moderne Krank- heitslehre das strahlenbedingte Lungen- oder Bronchialkarzinom der Bergleute in einem radioaktiven Untertageklima.

Kann Radon Lungenkrebs verursachen?

Zahlen zum Lungenkrebsrisiko durch Radon

Bei einer Erhöhung der Radonbelastung in einem Raum um 100 Bq/m³ steigt das Risiko an Lungenkrebs zu erkranken um 16%. Das bedeutet konkret: Das Lungenkrebsrisiko für jemanden, der nie geraucht hat, liegt bei einer Radonkonzentration von 0 Bq/m³ (kein Radon vorhanden) bei 0,41%.

Für wen ist eine Radonkur nicht geeignet?

Menschen mit einer Überfunktion der Schilddrüse und Schwangeren ist von einer Radonkur abzuraten. Auch Patienten mit akuten Erkrankungen sollten sich keiner Radontherapie unterziehen. Erfolgreich behandelte Krebspatienten bedürfen der individuellen ärztlichen Entscheidung.

Wie merkt man Radon?

Radon ist ein natürlich vorkommendes radioaktives Gas und eine der häufigsten Ursachen für Lungenkrebs nach dem Rauchen. Es ist farb-, geruch- und geschmacklos und kann somit durch die menschlichen Sinne nicht wahrgenommen werden.

Wie kann man Radon Lüften?

Wohnräume lüften

Die am einfachsten durchzuführende Maßnahme gegen zu viel Radon ist das Lüften. Dabei ist es wichtig, die Fenster nicht nur zu kippen, sondern komplett zu öffnen (Stoßlüften). Am besten ist es, man öffnet gleichzeitig mehrere Fenster, um einen Durchzug zu erzeugen (Querlüften).

Wo in Deutschland ist die radioaktive Belastung besonders hoch?

Einer Studie des Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) in Salzgitter zufolge gibt es Belastungen in Gebäuden durch radioaktives Radon. In Niedersachsen liegt die Konzentration im unteren bis mittleren Bereich. Besonders hohe Radon-Konzentrationen lassen sich in Thüringen und Sachsen finden.

Ist im Keller schlafen gesund?

Die Luftqualität im Haus wird durch Feuchtigkeit und Schimmelbildung im Keller deutlich beeinträchtigt und gefährdet die Gesundheit. Durch Feuchtigkeit im Keller können Schimmelpilzsporen und andere Schadstoffe freigesetzt werden, die sich in der Luft im ganzen Haus verteilen können.

Was kostet eine Radonmessung im Keller?

Eine Messung mit einem Radon-Exposimeter kostet pro Gerät ca. 30-50 Euro. Dabei ist die Auswertung des Detektors durch das Messlabor inbegriffen.

Ist Radon im Winter höher?

Innenraumschadstoffe wie das radioaktive Gas Radon können sich stärker anreichern als im Sommer. Das Bundesamt für Strahlenschutz ( BfS ) rät daher dazu, die kalte Jahreszeit für eine Radon-Messung zu nutzen. Radon kann Lungenkrebs verursachen, wenn man hohen Konzentrationen dauerhaft ausgesetzt ist.

Welche Gebiete sind radioaktiv verseucht?

Die zehn am meisten verseuchten Orte der Welt

  • Sumgayit, Aserbaidschan. Bildquelle: Blacksmith Institute, Adam Klaus. ...
  • Linfen, China. Bildquelle: Blacksmith Institute, Andreas Habermann. ...
  • Sukinda, Indien. ...
  • Vapi, Indien (2009 wieder von der Liste gestrichen) ...
  • La Oroya, Peru. ...
  • Dserschinsk, Russland. ...
  • Tschernobyl, Ukraine. ...
  • Kabwe, Sambia.

Wie kann Radon austreten?

Radon (222Rn) bildet jedoch eine Ausnahme. Als Edelgas kann es aus dem Gestein austreten und in Bodenporen eindringen. Aufgrund der relativ langen Lebensdauer des Radons (Halbwertszeit 3,8 Tage) kann es an die Erdoberfläche diffundieren und dort austreten.