Welche Gründe können zum Entzug der elterlichen Sorge führen?

Vernachlässigung der Sorgepflicht. Auf expliziten Wunsch des mündigen und einsichtigen Kindes. Sektenzugehörigkeit, die das Wohl des Kindes gefährdet. Drogen- und Alkoholmissbrauch eines oder beider Elternteile.

Wann kann die elterliche Sorge entzogen werden?

Die gesamte Personensorge darf nur entzogen werden, wenn andere Maßnahmen erfolglos geblieben sind oder anzunehmen ist, dass andere Maßnahmen nicht ausreichen, die Gefährdung des Kindeswohls zu verhindern.

Welche Gründe gibt es für Sorgerechtsentzug?

Gründe & Voraussetzungen
  • Schwerwiegende Erziehungsfehler.
  • Misshandlung.
  • Missbrauch des Sorgerechts.
  • Gesundheitsgefährdung.
  • Vernachlässigung.
  • Fragwürdiges Verhalten eines Elternteils z. B. aufgrund einer Suchtkrankheit.
  • Ein gefährliches Umfeld durch Dritte.
  • Veruntreuung des Kindesvermögens.

Welche Gründe sprechen gegen ein gemeinsames Sorgerecht?

Kein gemeinsames Sorgerecht bei schwerwiegenden Kommunikationsstörungen der Eltern
  • Tragfähige soziale Beziehung als Voraussetzung eines gemeinsamen Sorgerechts. ...
  • Mangelnder Informationsfluss rechtfertigt keine gemeinsame Sorge. ...
  • Kein Instrument zur Kontrolle des anderen Elternteils.

In welchen Fällen bekommt der Vater kein Sorgerecht?

Einem Vater ohne Sorgerecht kann das Umgangsrecht nur verweigert werden, wenn eine Kindeswohlgefährdung vorliegt. Ohne gemeinsames Sorgerecht darf er aber keine wichtigen Entscheidungen im Leben des Kindes treffen.

Entziehung komplette Elterliche Sorge & eA

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Wie verliert der Vater das Sorgerecht?

Grundsätzlich gelten alle schädigenden Handlungen eines Elternteils als Gründe für den Entzug des Sorgerechts. Es kann viele Gründe geben, um die Obsorge zu entziehen. Insbesondere bei Gewalteinwirkung und Misshandlungen greift das Jugendamt oder das Gericht ein; die Konsequenz ist der Entzug des Sorgerechts.

Kann einem Vater das Sorgerecht entzogen werden?

Das Umgangsrecht kann nur vom Familiengericht entzogen werden, wenn eine mögliche Kindeswohlgefährdung vorliegt. Selbst wenn einem Elternteil das Sorgerecht entzogen wird, behält dieser das Umgangsrecht.

Wann wird gemeinsames Sorgerecht abgelehnt?

Das BVerfG hält die Gerichte allerdings an, das gemeinsame Sorgerecht für den Vater abzulehnen, wenn die Beziehung zwischen ihm und der Mutter derart schlecht ist, dass dadurch das Kindeswohl gefährdet wird.

Was ist eine negative Kindeswohlprüfung?

1 FamFG. Aus den negativen Kindeswohlprüfungen folgt: Wenn nach erschöpfender Sach- aufklärung nicht festgestellt werden kann, dass die gemeinsame Sorge dem Kindeswohl widerspricht, ergibt sich, dass im Zweifel die Übertragung der elterlichen Sorge auf die Eltern gemeinsam auszusprechen ist.

Wer gewinnt meistens das Sorgerecht?

Mütter gewinnen in Deutschland häufiger Sorgerechtsprozesse

Das geht aus Zahlen des Statistischen Bundesamtes hervor.

Welche Teile des Sorgerechts können entzogen werden?

Insgesamt kann das Familiengericht das Sorgerecht teilweise oder gänzlich entziehen. Wird das Sorgerecht nur teilweise entzogen, kann dies die Vermögenssorge, das Aufenthaltsbestimmungsrecht und die Personensorge betreffen.

Was ist ein schwerwiegender Erziehungsfehler?

Schwerwiegende Erziehungsfehler können ständige Tobsuchtsanfälle, staatsfeindliche Erziehung (z.B. Rechtsradikalismus, Anarchismus, radikale Glaubensgemeinschaft) oder aber auch zu hohe oder zu niedrige Anforderungen an das schulische Engagement sein. Sie können einen Sorgerechtsentzug rechtfertigen.

Ist Drogenkonsum Kindeswohlgefährdung?

Der Abusus harter Drogen der Eltern führt häufig zu einer relevanten Kindeswohlgefährdung, die sich in der vorliegenden Beobachtungsstudie als eine der führenden Todesursachen in der Altersklasse von 0 bis 5 Jahren herausstellte.

Wann wird das Sorgerecht dem Vater zugesprochen?

Ein Elternteil erhält das alleinige Sorgerecht, wenn der andere Elternteil dem zustimmt und das Kind das 14. Lebensjahr noch nicht vollendet hat. Ein Elternteil erhält das alleinige Sorgerecht, wenn der andere Elternteil zustimmt und das über 14-jährige Kind ebenfalls seine Zustimmung gibt.

Wann nimmt das Jugendamt die Kinder weg?

Wenn ein Kind in seiner Familie oder bei einer anderen Person in Gefahr ist oder in Verwahrlosung lebt, kann das Jugendamt dieses Kind in seine Obhut nehmen. Wenn sich ein Kind in einer akuten Krise oder in einer Gefahr befindet, dann kann es auch selbst beim Jugendamt darum bitten, in Obhut genommen zu werden.

Was zählt unter Kindeswohlgefährdung?

Eine Kindeswohlgefährdung ist eine erhebliche Schädigung des kindlichen Wohls durch Vernachlässigung, Misshandlung, Missbrauch, Entwürdigung, Unterlassung, Freiheitsentzug mit der Folge von Gesundheits- und / oder Lebensgefahren.

Was prüft das Jugendamt bei Kindeswohlgefährdung?

Im Kinderschutz nehmen die Jugendämter die Aufgabe des staatlichen Wächteramts wahr. Ihre Aufgabe ist es, Kinder vor Gefahren für ihr Wohl zu schützen. Dazu prüft das Jugendamt eingehende Gefährdungsmeldungen, kann Kinder oder Jugendliche vorübergehend in Obhut nehmen und wirkt bei familiengerichtlichen Verfahren mit.

Wann ist die elterliche Sorge eingeschränkt?

Die elterliche Sorge endet mit der Volljährigkeit des Kindes, dessen Adoption oder dessen Tod. Ebenso endet die elterliche Sorge, wenn ein Elternteil oder auch beide Elternteile sterben oder diesen durch Maßnahmen des Familiengerichts das Sorgerecht ganz oder teilweise entzogen wird.

Was ist eine Negativbescheinigung beim Jugendamt?

Bei nicht miteinander verheirateten Eltern hat kraft Gesetzes die Kindesmutter das alleinige Sorgerecht. Sie kann dieses durch eine Negativbescheinigung nachweisen. Hierin wird bestätigt, dass zum Zeitpunkt der Ausstellung dieser Bescheinigung keine übereinstimmenden Sorgeerklärungen der Eltern des Kindes vorliegen.

Wann kann einem Vater das Sorgerecht entzogen werden?

In der Praxis gibt es vor allem zwei Varianten, die zum alleinigen Sorgerecht führen: Entweder stirbt einer der Sorgeberechtigten (womit das alleinige Sorgerecht automatisch auf den Überlebenden übergeht) oder einem der Sorgeberechtigten wird sein Sorgerecht durch das Familiengericht entzogen.

Welche Gründe sprechen gegen geteiltes Sorgerecht?

Gründe gegen ein gemeinsames Sorgerecht können sein:

Die Beteiligten hatten drei gemeinsame minderjährige Kinder, derentwegen sie innerhalb von fünf Jahren 15 gerichtliche Verfahren geführt hatten. Die wechselseitigen Vorwürfe und Schuldzuweisungen waren enorm, die Belastungen für die Kinder greifbar.

Wie kann man das geteilte Sorgerecht verlieren?

Liegt eine Verletzung der Sorgfaltspflicht durch einen Elternteil vor, kann der andere Elternteil die Entziehung des Sorgerechts beantragen. Dies erfordert immer den Gang vor ein Familiengericht, welches über das Sorgerecht entscheidet.

Wann spricht man von Kindesentzug?

Wann spricht man von einer strafbaren Kindesentziehung? Die strafbare Kindesentziehung ist in § 235 StGB geregelt. Eine strafbare Kindesentziehung liegt vor, wenn jemand ein Kind mit Gewalt, durch Drohung oder Lost den Eltern oder einem Elternteil entzieht oder vorenthält.

Ist das Jugendamt in der Beweispflicht?

Der Staat ist in der ersten Beweispflicht.

werden dennoch fast immer eingeholt. Also wird vorher oft gar nicht ernsthaft geprüft, ob überhaupt Beweise für eine Kindeswohlgefährdung vorliegen. Vielmehr wird alles vom Gutachten abhängig gemacht und dem Gutachter zugeschoben.

Wann dürfen Kinder selbst entscheiden, ob sie zum Vater wollen oder nicht?

Ab Vollendung des 12. Lebensjahres dürfen Kinder nämlich mitentscheiden, ob sie den Umgang mit dem familienfernen Elternteil aufrechterhalten wollen. Kommt es im Streit über das Umgangsrecht zu einer Gerichtsverhandlung, ist das Kind ab dem 14. Lebensjahr selbst Beteiligter in einem solchen Verfahren.