Was zählt zum Kindeswohl?

„Kindeswohl bedeutet das Recht des Kindes auf Förderung seiner Entwicklung und auf Erziehung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit. in ihrer körperlichen, seelischen oder geistigen Entwicklung gegenwärtig erheblich gefährdet sind bzw.

Was zählt alles zum Kindeswohl?

Das Kindeswohl ist ein Rechtsbegriff des deutschen Familienrechts und umfasst das gesamte Wohlergehen sowie die Entwicklung eines minderjährigen Kindes.

Welche drei Kriterien müssen nach ständiger Rechtsprechung erfüllt sein, um eine Kindeswohlgefährdung im Sinne des 1666 BGB anzunehmen?

In der Rechtsprechung werden folgende Kriterien für die objektive Betrachtung des Kindeswohls herangezogen:
  • Kontinuität.
  • Förderung.
  • Bindung des Kindes.
  • Erziehungsfähigkeit der Eltern.
  • Kindeswille.

Was dient nicht dem Kindeswohl?

Umgangsrechte und -pflichten: ein erzwungener Umgang dient nicht dem Kindeswohl. Streitigkeiten zum Umgang mit den Kindern drehen sich im Normalfall darum, dass ein Elternteil geltend macht, seine Kinder entweder gar nicht oder nicht oft und lang genug sehen und bei sich haben zu dürfen.

Welche Beweise gibt es für Kindeswohlgefährdung?

Am auffälligsten sind dabei körperliche Merkmale:
  • Spuren von Gewalt, etwa: immer wieder blaue Flecke, Narben oder sogar Knochenbrüche.
  • Mangelnde Hygiene, verschmutzte oder nicht witterungsgemäße Kleidung.
  • Häufige Müdigkeit, Schlaf- oder Essstörungen, Stottern, Konzentrationsschwäche, Entwicklungsverzögerungen.

Tipps vom Anwalt - Kindeswohlgefährdung Teil 01

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Wo fängt Kindeswohlgefährdung an?

Eine aktuelle oder mindestens absehbare Gefahr für die Entwicklung des Kindes (körperlich, seelisch oder geistig) kann eine Kindeswohlgefährdung darstellen. Dabei muss nicht in jedem Fall auch häusliche Gewalt vorliegen.

Was ist pädagogisches Fehlverhalten?

Verhaltens weisen pädagogischer Fachkräfte beobachtet. Hierunter fallen u.a. das Ignorieren der Emotionsäußerungen von Kindern, das Androhen von Sanktionen, Fixierungen sowie sarkastische, ironische, verspottende oder diskriminierende Kommen- tare der Fachkräfte (vgl. Hildebrandt et al. 2021: 49 ff.).

Kann ich als Mutter den Umgang bestimmen?

Sie kann das Umgangsrecht des Vaters nur verweigern, wenn die neue Partnerin das Kindeswohl gefährdet. Demnach können Mütter das Besuchsrecht nicht verweigern.

Was widerspricht dem Kindeswohl?

Wechselmodell widerspricht dem Kindeswohls, wenn dieses nicht im Interesse des Kindes praktiziert wird, sondern vorrangig dazu dient, die jeweilige Machtposition der Eltern aufrecht zu erhalten. Die Kindseltern sind in der Gestaltung des Umgangs frei.

Wann bekommt eine Mutter das Sorgerecht entzogen?

Vernachlässigung der Sorgepflicht. Auf expliziten Wunsch des mündigen und einsichtigen Kindes. Sektenzugehörigkeit, die das Wohl des Kindes gefährdet. Drogen- und Alkoholmissbrauch eines oder beider Elternteile.

Was prüft das Jugendamt bei Kindeswohlgefährdung?

Im Kinderschutz nehmen die Jugendämter die Aufgabe des staatlichen Wächteramts wahr. Ihre Aufgabe ist es, Kinder vor Gefahren für ihr Wohl zu schützen. Dazu prüft das Jugendamt eingehende Gefährdungsmeldungen, kann Kinder oder Jugendliche vorübergehend in Obhut nehmen und wirkt bei familiengerichtlichen Verfahren mit.

Welche 4 Schritte sind bei einem Verdacht der Kindeswohlgefährdung nötig?

Kurz kann das Verfahren beschrieben werden mit: Wahrnehmen, Erkennen, Bewerten und Handeln. Die nachstehende Verfahrensweise gilt nur, wenn sich keine Veränderung der Gefährdungs- einschätzung ergibt und damit die Gefahr für das Kindeswohl drohend bleibt.

Ist Obdachlosigkeit eine Kindeswohlgefährdung?

Ein Wohnungsverlust per se bedeutet keine Kindeswohlgefährdung gemäß §1666 BGB.

Welche Anzeichen von Kindeswohlgefährdung gibt es?

Mögliche Anhaltspunkte für eine Kindeswohlgefährdung
  • Untergewicht.
  • vermindertes Wachstum.
  • Rückstände in der körperlichen Entwicklung.
  • hohe Anfälligkeit für Infekte.
  • unversorgte Krankheiten und unzureichende Körperhygiene.

Wie definiert man das Wohlbefinden eines Kindes?

Es besteht zunehmend Konsens darüber, dass das Wohlbefinden von Kindern mehrere Dimensionen hat und sowohl das körperliche, emotionale und soziale Wohlbefinden umfassen sollte. Der Schwerpunkt sollte auf dem unmittelbaren Leben der Kinder liegen, aber auch ihr zukünftiges Leben berücksichtigen. Außerdem sollten sowohl subjektive als auch objektive Maßstäbe angelegt werden.

Ist Überbehütung Kindeswohlgefährdung?

Bei Kindeswohlgefährdung besteht ein gesetzlicher Schutzauftrag, geregelt im SGB VIII. Kindeswohlgefährdung entsteht durch Misshandlung, Missbrauch oder Vernachlässigung, aber auch durch Überbehütung. Überbehütung schränkt Kinder in ihrer Autonomieentwicklung massiv ein und gefährdet somit ihre Entwicklung.

Was umfasst das Kindeswohl?

Mit Kindeswohl wird ein Rechtsgut aus dem deutschen Familienrecht und aus der EU-Grundrechtscharta bezeichnet, welches das gesamte Wohlergehen eines Kindes oder Jugendlichen sowie seine gesunde Entwicklung umfasst.

Was ist der Grundsatz des Kindeswohls?

Die Konvention über die Rechte des Kindes besagt, dass das Wohl des Kindes bei allen Maßnahmen, die Kinder betreffen, eine vorrangige Erwägung sein muss . Das bedeutet, dass Richter entscheiden können, bei wem die Kinder leben und wer wichtige Entscheidungen über die Gesundheit, Ausbildung usw. der Kinder trifft.

Was zählt zur Kindeswohlgefährdung?

Eine Kindeswohlgefährdung ist eine erhebliche Schädigung des kindlichen Wohls durch Vernachlässigung, Misshandlung, Missbrauch, Entwürdigung, Unterlassung, Freiheitsentzug mit der Folge von Gesundheits- und / oder Lebensgefahren.

Hat die Mutter mehr Rechte als der Vater?

Von Geralt R. Ein Vater hat ebenso Rechte wie die Mutter eines Kindes. In der Vergangenheit waren diese Rechte für Väter jedoch weniger umfangreich als heute. Insbesondere seit 2010 können beispielsweise alleinerziehende Väter auch die Rechte der elterlichen Sorge ohne die Zustimmung der Kindsmutter erringen.

Wann verliert Vater das Umgangsrecht?

Das Umgangsrecht kann nur verweigert oder eingeschränkt werden, wenn der Kontakt die körperliche oder seelische Gesundheit des Kindes gefährdet. Dies ist der Fall wenn: das Kind oder das andere Elternteil körperlich misshandelt wird. eine Kindesentführung droht.

Wann liegt Kindeswohlgefährdung vor?

Eine Kindeswohlgefährdung liegt vor, wenn Eltern, andere Personen in Familien oder Institutionen (zum Beispiel Heime, Kitas, Schulen, Kliniken) durch ihr Verhalten das Wohl und die Rechte eines Kindes beeinträchtigen. Das kann durch aktives Handeln oder durch Unterlassen einer angemessenen Sorge geschehen.

Was darf ein Pädagoge nicht?

Körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und andere entwürdigende Behandlungen sind unzulässig“, heißt es unmissverständlich in § 1631 Abs. 2 des Bürgerlichen Gesetzbuchs. Dieses Recht steht jedem Kind sowohl gegenüber den Eltern als auch pädagogischen Fachkräften zu.

Was ist Grenzüberschreitung bei Kindern?

Beispiele in der Kindergemeinschaft sind das Wegnehmen von Dingen, das Anschreien eines anderen, körperliche Auseinandersetzungen usw. Da diese Grenzverletzungen auch im sexuellen Bereich stattfinden können, sind wir hier besonders aufmerksam.

Was ist erzieherische Verwahrlosung?

Wohlstandsverwahrlosung ist die seelische, emotionale Vernachlässigung von Kindern und Jugendlichen. Manchmal ist auch von Verwöhn-Verwahrlosung die Rede. Der Begriff wurde in den 1990er Jahren bekannt, durch das Buch „Die armen Kinder der Reichen“ (1997) von der Psychologin Ulrike Zöllner.