Bei einer Privatinsolvenz geht die Verfügungsgewalt über Ihr Girokonto an den Insolvenzverwalter über; Guthaben wird Teil der Insolvenzmasse, aber Sie benötigen ein P-Konto (Pfändungsschutzkonto), um Ihren monatlichen Freibetrag (derzeit ca. 1.560 €) vor dem Zugriff der Gläubiger zu schützen und am täglichen Leben teilzunehmen, da normale Konten oft gesperrt werden oder das Guthaben einziehen. Das P-Konto sichert Ihr Einkommen (Lohn, Sozialleistungen), bis zur Restschuldbefreiung, danach kann es wieder in ein normales Konto umgewandelt werden.
Wird bei Privatinsolvenz das Konto gesperrt?
„normales“ Girokonto in der Insolvenz
des Schuldners erlöschen, §§ 115,116 InsO. Das Gesetz sieht also das Ende eines Girokontovertrags mit Eröffnung des Insolvenzverfahrens vor, ohne dass das Kreditinstitut oder der Insolvenzverwalter hierauf Einfluss nehmen können.
Wie viel Geld darf man bei Privatinsolvenz auf dem Konto haben?
Grundfreibetrag: Selbstbehalt bei Privatinsolvenz 2025/2026
Der Grundfreibetrag, auch Pfändungsfreibetrag genannt, beläuft sich gemäß der Pfändungstabelle auf 1.559,99 Euro (Stand: Juli 2025). So viel muss mindestens allen Schuldner*innen zum Leben bleiben.
Was macht der Insolvenzverwalter mit meinem Konto?
Mit Ausnahme der Guthaben auf einem Pfändungsschutzkonto (P-Konto) führt der Insolvenzverwalter bestehende Guthaben auf dem Konto/auf den Konten der Insolvenzmasse zu.
Warum neues Konto bei Privatinsolvenz?
Vor allem ist der Kontowechsel ein bewährter taktischer Schritt. Dessen Zweck ist es, dass die Gläubiger merken, dass es Ihnen mit Ihrer Entschuldung ernst ist. Wenn die Abbuchungen und Pfändungen der Gläubiger ins Leere gehen, werden sie spüren, dass Sie entschlossen sind, sich sofort zu entschulden.
Privatinsolvenz einfach erklärt: Voraussetzungen, Dauer, Ablauf
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Ist es erlaubt, Guthaben während der Wohlverhaltensphase zu behalten?
Guthaben in der Wohlverhaltensphase – Was ist erlaubt? In der Wohlverhaltensphase haben Schuldner die Pflicht, einen Teil ihres Einkommens an den Treuhänder abzugeben. Guthaben, das in dieser Zeit angespart wird, darf grundsätzlich behalten werden, solange es über dem pfändungsfreien Betrag liegt.
Kann ich während der Privatinsolvenz mein Konto wechseln?
Ab Beginn der Wohlverhaltensperiode wird das Konto vom zuständigen Insolvenzverwalter freigegeben. Somit steht Ihnen frei, Ihr Konto wieder in ein normales Konto umzuwandeln. Nun wird ein Pfändungsschutzkonto nicht mehr benötigt, da Sie nun wieder schuldenfrei sind.
Was kontrolliert der Insolvenzverwalter bei Privatinsolvenz?
Seine Aufgabe ist es gemäß § 22 der Insolvenzordnung (InsO), das Vermögen eines Schuldners zu sichern und zu erhalten. Außerdem muss ein vorläufiger Insolvenzverwalter prüfen, ob das vorhandene Vermögen ausreichen wird, um die Kosten des Verfahrens zu decken.
Wie läuft das Ende einer Privatinsolvenz ab?
Nach Abschluss der Wohlverhaltensphase folgt die Restschuldbefreiung. Das heißt: Sie als Schuldnerin oder Schuldner werden von allen noch ausstehenden Forderungen befreit. Damit verlieren alle Gläubigerinnen und Gläubiger ihren Anspruch auf die Zahlung noch verbliebener offener Rechnungen.
Kann der Insolvenzverwalter mein Konto einsehen?
Es ist unverzichtbar, dass der Insolvenzverwalter in angemessener Zeit nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens überprüft, ob zu den ihm bekannten Konten des Schuldners bei dessen Hausbank auch die Kontoauszüge für den kritischen Zeitraum im Sinne der § 130 Abs. 1, § 131 Abs.
Welche Nachteile hat ein Privatkonkurs?
Nachteile einer Privatinsolvenz
- Einschränkung der finanziellen Freiheit. Während des Insolvenzverfahrens darf nur ein begrenzter Teil des Einkommens behalten werden. ...
- Schufa-Eintrag und eingeschränkte Kreditwürdigkeit. ...
- Verfahrenskosten. ...
- Möglicher Verlust von Vermögenswerten. ...
- Pflichten in der Wohlverhaltensphase.
Welche Geldeingänge sind nicht pfändbar?
Nicht pfändbar sind vor allem Sozialleistungen wie Grundsicherung, Kindergeld und Wohngeld (in der Regel), bestimmte Zulagen (Sonntag, Feiertag), ein Teil des Einkommens bis zum gesetzlichen Grundfreibetrag (ab 1. Juli 2025: 1.559,99 €/Monat, ansteigend mit Unterhaltspflichten), und bei einem Pfändungsschutzkonto (P-Konto) bleibt dieser Freibetrag immer geschützt, auch bei höheren Guthaben. Absolute Ausnahmen sind Sterbe- und Gnadenbezüge, die primär Unterstützungszwecken dienen.
Wie viel Geld bleibt mir monatlich bei einer Privatinsolvenz?
Bei einer Privatinsolvenz steht Ihnen monatlich ein unpfändbarer Grundbetrag zu, der sich nach Ihrem Nettoeinkommen und Ihren Unterhaltsverpflichtungen richtet; seit Juli 2025 beträgt der Mindestfreibetrag für eine Person ohne Unterhalt 1.559,99 € (oft als 1.560 € gerundet), hinzu kommen erhöhte Beträge für Unterhaltspflichten (z. B. 2.149,99 € bei einem Kind), wobei der genaue Betrag der aktuellen Pfändungstabelle zu entnehmen ist und ein Teil von höherem Einkommen ebenfalls freigehalten wird.
Wie kann ich Geld von einem gesperrten Konto abheben?
Ihre Bank möchte Sie möglicherweise direkt kontaktieren und Sie um alternative Bankverbindungsdaten für die Rückzahlung Ihres gesperrten Geldes bitten . Sollte sie dies jedoch ablehnen, müssen Sie sich auf ein recht zeitaufwändiges Verfahren einstellen. Die Anwälte Ihrer Bank werden einen Fragebogen zur Verfahrensführung und ihre Verteidigungsschrift einreichen.
Hat man nach einer Privatinsolvenz keine Schulden mehr?
Nach der Insolvenzordnung können sich überschuldete Verbraucher:innen in der Regel innerhalb von 3 Jahren von ihren Schulden befreien. Hier erfahren Sie alles, was Sie über Privatinsolvenz, auch Verbraucherinsolvenz genannt, wissen müssen, und bekommen wertvolle Tipps.
Ist es möglich, ein Girokonto trotz Pfändung zu kündigen?
Das Giro- oder Geschäftskonto zu kündigen, ist während einer Kontopfändung nicht ohne Weiteres möglich. Die Bank ist verpflichtet, den Pfändungsbeschluss umzusetzen und darf das Konto erst dann auflösen, wenn die Pfändung erledigt oder aufgehoben wurde.
Was ist der Nachteil einer Privatinsolvenz?
Die größten Nachteile einer Privatinsolvenz sind die dreijährige Pfändungsphase mit Einkommensabgabe, der negative SCHUFA-Eintrag und die damit verbundenen Schwierigkeiten bei Vertragsabschlüssen sowie die öffentliche Bekanntmachung der Insolvenz, die Arbeitgeber und Vermieter informiert, was zu Einschränkungen und psychischer Belastung führen kann. Hinzu kommen die Verfahrenskosten, die zwar gestundet werden können, aber nach der Restschuldbefreiung eingefordert werden, sowie strenge Obliegenheiten (wie die Erwerbsobliegenheit und die Meldepflichten), deren Nichteinhaltung die Restschuldbefreiung gefährdet.
Wann bin ich nach einer Privatinsolvenz wieder kreditwürdig?
Nach einer Privatinsolvenz gilt man erst wieder als kreditwürdig, wenn der negative SCHUFA-Eintrag gelöscht ist, was bis zu drei Jahre nach Erteilung der Restschuldbefreiung dauert, auch wenn die Insolvenz selbst nur drei Jahre (seit 2020) dauert. Direkt nach der Restschuldbefreiung bleiben die negativen Vermerke noch sechs Monate bestehen, bevor sie gelöscht werden, aber Banken sehen einen Kredit oft erst nach drei Jahren wieder positiv. Ein Neustart ist möglich, sobald die SCHUFA-Daten bereinigt sind und ein geregeltes Einkommen sowie ein verantwortungsvolles Zahlungsverhalten vorliegen.
Wie erfahre ich, ob meine Privatinsolvenz beendet ist?
Am letzten Tag des Insolvenzverfahrens erteilt Ihnen das Insolvenzgericht in der Regel die Restschuldbefreiung. Das ist für gewöhnlich drei Jahre nach Beginn der Wohlverhaltensphase der Fall. In der Regel werden Sie darüber schriftlich informiert.
Wer erfährt alles von Privatinsolvenz?
Ja, in der Regel erfahren Arbeitgeber von einer Privatinsolvenz. Für die Erwirkung einer Restschuldbefreiung müssen Betroffene ihr pfändbares Arbeitseinkommen an Ihren Insolvenzverwalter abtreten, der dieses Geld beim Arbeitgeber einzieht. Daher ist eine Information des Unternehmens in den meisten Fällen unumgänglich.
Was darf ich während einer Privatinsolvenz nicht?
Bei einer Sachpfändung können auch Schmuck, Antiquitäten oder wertvolle Elektroartikel wie z.B. eine Macbook gepfändet werden. Folgende Dinge sind jedoch in der Regel nicht pfändbar: Kleidungsstücke, Wäsche, Betten, Haus-und Küchengeräte, sofern sie einer angemessenen Lebensführung entsprechen.
Warum kommt der Insolvenzverwalter nach Hause?
Einige Treuhänder/Insolvenzverwalter kommen nach Insolvenzeröffnung auch ins Haus, um eventuell verwertbare Vermögensgegenstände zu sichten. Hier empfiehlt sich, diesen Besuch mit einem eigenen Rechtsanwalt durchzuführen, damit nicht unliebsame Folgen aus diesem Besuch entstehen.
Hat der Insolvenzverwalter Zugriff auf das P-Konto?
Der Insolvenzverwalter ist gem. §80 InsO nur hinsichtlich des pfändbaren Vermögens des Schuldners verwaltungs- und verfügungsberechtigt, innerhalb der Freibeträge ist das P-Konto aber gem. §850k ZPO unpfändbar.
Ist mein Konto während einer Privatinsolvenz gesperrt?
Grundsätzlich werden im Insolvenzverfahren alle Konten gesperrt und aufgelöst. Eine Ausnahme besteht für ein Pfändungsschutzkonto (P-Konto), welches während des Insolvenzverfahrens als alternativlose Form des Kontopfändungsschutzes zur Verfügung steht.
Kann man ein zweites Mal in die Privatinsolvenz gehen?
Sollte eine zweite Insolvenz beantragt werden müssen verlängert sich die Laufzeit auf fünf Jahre. Die Frist einen neuen Antrag stellen zu können, verlängert sich von 10 auf 11 Jahre. Geschenke und Lotteriegewinne werden im Rahmen der Insolvenz als Insolvenzmasse verwertet.
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