Was ist stille Epilepsie?

Stille Epilepsie, auch Absence-Epilepsie genannt, ist eine häufige Epilepsieform, besonders bei Kindern, die sich durch kurze (5-20 Sek.), nicht krampfende Anfälle äußert, bei denen die Person für einen Moment abwesend ist, einen starren Blick hat und nicht auf Ansprache reagiert. Diese Anfälle werden oft als Tagträumerei oder Unaufmerksamkeit missverstanden, da sie kaum auffallen und die Betroffenen danach einfach weitermachen. Symptome sind ein starrer Blick, leichtes Zucken der Augenlider und fehlende Reaktion.

Wie sieht ein stiller epileptischer Anfall aus?

Während der Absence sind die betroffenen Patienten desorientiert, machen einen ratlosen Eindruck und sprechen nicht. Dabei werden auch motorische Phänomene wie Bewegungen von Mund und Zunge, Augenzwinkern und Nestelbewegungen der Finger beobachtet. Diese sind in der Regel jedoch eher diskret.

Ist stille Epilepsie gefährlich?

Wie lautet die Prognose? Kinder mit Absence-Epilepsie haben gewöhnlich keine langfristigen Komplikationen und reagieren gut auf antiepileptische Medikation. Bei mehr als der Hälfte der Kinder mit Absence-Epilepsie hören die Anfälle mit steigendem Alter auf.

Wie sieht ein epileptischer Anfall aus?

Je nachdem, in welchem Teil des Gehirns die Nervenzellen bei einem epileptischen Anfall überreagieren, sehen die Anfälle unterschiedlich aus. Manchmal bemerken die Betroffenen nur ein leichtes Kribbeln, manchmal zuckt eine Hand oder ein Bein, und in den schwereren Fällen verkrampfen alle Muskeln gleichzeitig.

Wie zeigt sich Epilepsie bei Kindern?

kurze Bewusstseinspausen. plötzliches Zusammenzucken des Körpers bei Säuglingen. Gesichtszuckungen und Sprechschwierigkeiten im Kindesalter. Bewusstlosigkeit, Versteifen, Zucken der Arme und Beine.

Anfallsformen

39 verwandte Fragen gefunden

Ist Epilepsie bei Kindern schlimm?

Bei Menschen mit einer Epilepsie sind Entwicklungsstörungen, Hirnschäden und geistige Behinderungen häufiger. Sie können Folge oder Ursache der Anfälle sein. Viele Kinder haben eine leichtere Epilepsie, die nach einigen Jahren verschwindet. Diese Kinder entwickeln sich in der Regel normal und ohne Folgeschäden.

Kann ein Kind mit Epilepsie ein normales Leben führen?

Epilepsie lässt sich behandeln und in manchen Fällen sogar heilen. Die meisten Kinder mit Epilepsie können mithilfe von Antiepileptika ein normales Leben führen . Ungefähr 60 bis 70 Prozent der Kinder mit Epilepsie sprechen auf die verschriebenen Antiepileptika an.

Wie fängt Epilepsie an?

Erste Anzeichen von Epilepsie sind vielfältig und reichen von plötzlichen, unkontrollierten Zuckungen und Verkrampfungen über Bewusstseinsverlust und starre Blicke bis zu kurzen „Blackouts“ oder Abwesenheitszuständen (Absencen), bei denen Betroffene nicht reagieren, oft begleitet von Missempfindungen, Schmatzen oder Nesteln. Wichtig sind auch Vorboten wie seltsame Gerüche, Geschmäcker, Angstgefühle oder Kribbeln (Auren), die auf einen bevorstehenden Anfall hinweisen können. 

Ist Epilepsie heilbar?

Eine Heilung von Epilepsie ist nicht immer möglich, aber viele Formen sind gut behandelbar, wobei etwa zwei Drittel der Betroffenen mit Medikamenten anfallsfrei werden können; bei manchen Kinder-Epilepsien kann sie auch „auswachsen“. Eine echte Heilung, also langfristige Anfallsfreiheit ohne Medikamente, kann bei gut definierten Fällen durch Epilepsiechirurgie erreicht werden (oft 60-80 % Erfolgschance) oder bei bestimmten Syndromen spontan eintreten, wenn die Ursache abheilt, aber oft spricht man eher von einer "Überwindung der Krankheit" nach vielen Jahren Anfalls- und Medikamentenfreiheit. 

Was sind die Ursachen für Epilepsie bei Kindern?

So vielfältig wie die Anfallsarten sind die Ursachen der Epilepsie. Bei Kindern wie Erwachsenen spielen eine genetische Veranlagung, Hirnverletzungen (etwa bei der Geburt oder einen Unfall) sowie Grunderkrankungen (wie Hirnhautentzündung, Stoffwechselstörungen et cetera) eine Rolle.

Kann Epilepsie bei Kindern wieder verschwinden?

Bei vielen Kindern und Jugendlichen lässt sich eine Epilepsie gut behandeln. Manchmal legt sich die Erkrankung nach einigen Jahren ganz, dann treten keine Anfälle mehr auf. Es gibt aber auch Epilepsien, die ein Leben lang bleiben und kaum auf Medikamente ansprechen.

Was passiert im Kopf bei Epilepsie?

Ein epileptischer Anfall entsteht, wenn sich Nervenzellen im Gehirn unkontrolliert und plötzlich elektrisch entladen. Die Folge ist ein Anfall mit Krämpfen einzelner oder vieler Muskelgruppen. Auch Änderungen von Sinneswahrnehmungen und Bewusstsein sind möglich.

Soll man nach einem epileptischen Anfall ins Krankenhaus?

Nach einem epileptischen Anfall muss man meistens nicht sofort ins Krankenhaus, solange der Anfall kurz war, die Person sich schnell erholt und keine Verletzungen auftreten. Eine sofortige Abklärung im Krankenhaus oder durch einen Notarzt (112) ist jedoch dringend notwendig, wenn es der erste Anfall ist, der Anfall länger als 5 Minuten dauert (Status epilepticus), mehrere Anfälle kurz hintereinander auftreten, die Person nach dem Anfall nicht wieder zu Bewusstsein kommt oder es zu schweren Verletzungen kommt. 

Was sind Vorboten bei Epilepsie?

Vorboten eines epileptischen Anfalls sind oft subtil und werden als Aura (direkt vor dem Anfall) oder Prodromi (Stunden/Tage vorher) wahrgenommen, wobei Symptome wie ** Reizbarkeit, Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Angst, Geruchs-/Geschmacksstörungen, visuelle Störungen (Blitze), oder ein "komisches Gefühl" (oft magen-aufsteigend) auftreten können, die anzeigen, dass ein Anfall droht und dem Betroffenen Zeit geben, sich in Sicherheit zu bringen**. Manche Anfälle beginnen auch mit kurzen Unaufmerksamkeiten oder Zucken einzelner Körperteile. 

Wie lange lässt sich ein epileptischer Anfall nachweisen?

In Studien ließen sich drei Stunden nach einem Anfall Epilepsie-typsiche Signale nicht signifikant häufiger nachweisen als 24 Stunden später, so Neubauer auf einer von Janssen-Cilag unterstützten Veranstaltung.

Welche Blutwerte bei Epilepsie?

Werte über 700–1000 μU/ml sprechen für das Vorliegen eines epileptischen Anfalls.

Was darf man nicht essen bei Epilepsie?

Erlaubte Lebensmittel sind etwa stärkearme Gemüse, Fleisch, Fisch, Eier, Käse, Nüsse und (vorzugsweise pflanzliche) Fette. Weitgehend verboten sind Getreideprodukte, Kartoffeln, Zucker und süßes Obst.

Wird Epilepsie im Alter schlimmer?

Tatsächlich sind Epilepsien die dritthäufigsten Erkrankungen des Nervensystems im höheren Alter – und weil wir immer länger leben, ist zu erwarten, dass die Zahl älterer Menschen mit einer Epilepsieerkrankung weiter ansteigt.

Kann Epilepsie ohne Medikamente behandelt werden?

Epilepsie kann auf vielfältige Art und Weise therapiert werden. Die Basis sind die Antikonvulsiva – das sind Medikamente gegen Epilepsie. Es gibt aber auch die Epilepsiechirurgie, Neurostimulatoren (Schrittmacher) oder Diäten wie die ketogene Diät.

In welchem Alter tritt Epilepsie am häufigsten auf?

Epilepsie in Abhängigkeit vom Alter

Anfälle und Epilepsien treten nicht in jedem Lebensalter gleich oft auf, sondern häufen sich in bestimmten Lebensabschnitten. So treten Epilepsien häufiger in den ersten Lebensjahren und dann wieder nach dem 60. Lebensjahr auf.

Hat Epilepsie etwas mit der Psyche zu tun?

Verschiedene Studien haben gezeigt, dass etwa ein Drittel der Menschen mit Epilepsie zusätzlich zu ihren Anfallsbeschwerden auch unter Ängsten leiden. Epilepsie leiden häufiger an Angststörungen als die Allgemeinbevölkerung.

Ist Epilepsie im Blut nachweisbar?

Neben der körperlichen und neurologischen Untersuchung wird Blut zur Untersuchung entnommen. Meist werden außerdem mit einem Elektroenzephalogramm (EEG) die Hirnströme gemessen. Bestimmte Muster deuten hier auf ein erhöhtes Anfallsrisiko hin. Ein EEG allein reicht allerdings nicht aus, um eine Epilepsie festzustellen.

Dürfen Kinder mit Epilepsie fernsehen?

Für die meisten Kinder mit Epilepsie sind Fernseher, Computer und Videospiele unbedenklich . Ob Ihr Kind empfindlich auf blinkende Lichter reagiert, lässt sich in der Regel im Rahmen eines EEGs feststellen. In diesem Fall besteht möglicherweise ein erhöhtes Risiko für einen epileptischen Anfall, wenn es blinkenden Lichtern von Fernsehern, Computern oder Videospielen oder Stroboskoplichtern ausgesetzt ist.

Sind Kinder mit Epilepsie verhaltensauffällig?

ihre Persönlich keit von früh an prägen, besteht ein erhöhtes Risiko, dass sich soziale Probleme vor allem mittel- und langfristig in Verhaltensstörungen äußern. Dennoch gilt die Regel, dass nur ein kleiner Teil von epilepsiekranken Kindern unter Verhaltensstörungen leidet.

Wie viele Anfälle kann man bei Epilepsie pro Tag haben?

Viele Menschen mit Epilepsie, die auf die Behandlung ansprechen, können monate- oder jahrelang anfallsfrei bleiben. Menschen mit therapieresistenter Epilepsie können hingegen Hunderte von Anfällen pro Tag oder nur einen Anfall pro Jahr erleiden, was mitunter zu erheblichen Behinderungen führen kann.