Was ist ein Ausgleichsanspruch?

Ein Ausgleichsanspruch ist ein rechtlicher Anspruch auf eine Ausgleichszahlung, um eine unfaire Lastenverteilung zu korrigieren, insbesondere wenn ein Handelsvertreter nach Vertragsende einen Kundenstamm aufgebaut hat, der dem Unternehmer weiterhin Gewinne bringt, und der Vertreter dadurch zukünftige Provisionen verliert. Er dient dazu, dem Handelsvertreter eine angemessene Vergütung für diesen Kundenstamm zu sichern, die er sonst nicht erhalten würde, und wird meist nach § 89b Handelsgesetzbuch (HGB) berechnet.

Wer hat Anspruch auf Ausgleichsanspruch?

Der Ausgleichsanspruch nach § 89b Handelsgesetzbuch (HGB). Nach der gesetzlichen Regelung des § 89 b HGB kann einem Handelsvertreter im Fall der Beendigung seines Vertragsverhältnisses ein Anspruch gegen seinen vertretenen Unternehmer bis zu einer Jahresprovision zustehen.

Wann wird ein Ausgleichsanspruch fällig?

Der Ausgleichsanspruch entsteht mit der Beendigung des Vertragsverhältnisses und wird eine juristische Sekunde danach fällig. Die Vorgaben des § 89b HGB sind zwingend und können nicht im Voraus zum Nachteil des Handelsvertreters abgeändert werden.

Was bedeutet Ausgleichsanspruch?

Ein Ausgleichsanspruch ist der rechtliche Anspruch, einen Nachteil, eine Vermögensverschiebung oder eine unbillige Lastverteilung durch eine Ausgleichszahlung oder eine vergleichbare Leistung zu korrigieren.

Wie wird ein Ausgleichsanspruch versteuert?

Der Ausgleichsanspruch gehört einkommensteuerlich zum laufenden gewerblichen Gewinn i. S.d. § 15 Abs. 1 Nr. 1 EStG und ist auch im Zusammenhang mit der Veräußerung oder Aufgabe des Betriebs nicht als nach den §§ 16 und 34 EStG begünstigter Veräußerungs- oder Aufgabegewinn zu behandeln.

Handelsvertreter Ausgleichsanspruch bei Beendigung (Folge 1)

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Wie wird eine Ausgleichszahlung versteuert?

Der Ausgleichsberechtigte muss die erhaltenen Zahlungen als „sonstige Einkünfte“ versteuern (§ 22 Nr. 1a EStG). Dabei gilt das Korrespondenzprinzip: Die Besteuerung erfolgt in dem Umfang, in dem beim anderen Partner ein Sonderausgabenabzug möglich ist. Ein Werbungskostenpauschbetrag von 102 Euro wird berücksichtigt.

Wie hoch ist der Höchstbetrag des Ausgleichsanspruchs für Handelsvertreter?

Der Ausgleich beträgt höchstens eine nach dem Durchschnitt der letzten fünf Jahre der Tätigkeit des Handelsvertreters berechnete Jahresprovision oder sonstige Jahresvergütung; bei kürzerer Dauer des Vertragsverhältnisses ist der Durchschnitt während der Dauer der Tätigkeit maßgebend.

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, damit ein Handelsvertreter einen Ausgleichsanspruch hat?

Zuallererst muss der Handelsvertreter dem Unternehmer neue Kunden zugeführt oder bereits bestehende Geschäftsverbindungen wesentlich erweitert haben. Ohne neue Kunden bzw. neues Geschäft kann sich auch kein Ausgleichsanspruch gemäß Handelsvertretergesetz ergeben.

Was ist der Ausgleichsanspruch nach § 98b HGB?

Der Wortlaut des § 98b HGB sieht die Zahlung eines Ausgleichsanspruchs nur vor, wenn der Hersteller aus den von Ihnen geworbenen Kunden auch nach Vertragsende erhebliche Vorteile zieht und „die Zahlung eines Ausgleichs unter Berücksichtigung aller Umstände … der Billigkeit entspricht“.

Wie viel Prozent bekommt ein Handelsvertreter?

Als Faustregel kann man sich merken: Die Provision bei höherwertigen Waren liegt bei zehn Prozent. Waren von geringem Wert bringen dagegen bis zu 50 Prozent ein. Die Gehaltsspanne von Handelsvertreten ist extrem breit und hängt von Erfolg, Branche und Auftraggeber ab.

Wann verjähren Ausgleichsansprüche?

Der Gesamtschuldnerausgleichsanspruch verjährt in drei Jahren gerechnet ab Ende des Jahres der Fälligkeit und Vorliegen der weiteren Voraussetzungen für diese regelmäßige Verjährungsfrist (§§ 195, 199 BGB). Die Gesamtschuldnerschaft kann in verschiedenen Konstellationen auftreten (z. B.

Wie hoch ist der Ausgleichsanspruch des Versicherungsvertreters?

Der Höchstbetrag des § 89b Absatz 5 HGB begrenzt den Ausgleichsanspruch auf das Dreifache der Jahresdurchschnittsprovision des Versicherungsvertreters. Dabei handelt es sich entgegen einem in der Praxis immer wieder vorkommenden Missverständnis nicht um eine Anspruchsbegründung, sondern nur um eine Anspruchsbegrenzung.

Bin ich als Handelsvertreter rentenversicherungspflichtig?

Antwort. Sofern Sie als selbständig tätiger Handelsvertreter auf Dauer und im Wesentlichen nur für einen Auftraggeber tätig sind, gehören Sie den Selbständigen, für die grundsätzlich kraft Gesetz die Versicherungspflicht in der gesetzlichen Rentenversicherung besteht.

Wann ist der Ausgleichsanspruch fällig?

Der Ausgleichsanspruch des Handelsvertreters setzt voraus, dass der Handelsvertretervertrag beendet ist. Erst mit der Beendigung des Handelsvertreterverhältnisses entsteht der Ausgleichsanspruch. Er ist innerhalb eines Jahres nach Beendigung des Vertragsverhältnisses geltend zu machen, ansonsten verfällt er (§ 89b Abs.

Wann wird die Stornoreserve ausgezahlt?

Die Stornoreserve wird für jeden abgeschlossenen Vertrag für die Dauer der Stornohaftung einbehalten, dies beträgt fünf Jahre. Die Stornohaftung endet nach Ablauf dieser gesetzlichen Frist. Die Stornoreserve muss dann ausgezahlt werden, wenn es nicht mehr erforderlich ist, diese einzubehalten.

Was darf ein Handelsvertreter nicht?

Wettbewerbsverbote während und nach der Vertragszeit

In jedem Fall darf der Handelsvertreter nicht gleichzeitig Unternehmen vertreten, die miteinander im Wettbewerb stehen, selbst wenn im Vertrag kein ausdrückliches Wettbewerbsverbot vorhanden ist. Dies gilt auch für Mehrfirmenvertreter.

Wer hat Ausgleichsanspruch?

Einen Ausgleichsanspruch haben je nach Lage des Einzelfalles häufig auch Vertragshändler, Reisebüros, Tankstellenpächter und Inhaber von Lotto-Annahmestellen. Keinen Ausgleichsanspruch hat, wer ausdrücklich nur als Handelsvertreter im Nebenberuf beauftragt ist, § 92 b HGB.

Was passiert mit dem Ausgleichsanspruch eines Handelsvertreters im Todesfall?

Tod eines Vertragspartners

Der Ausgleichsanspruch für den Handelsvertreter geht auf dessen Erben über. Dagegen beendet der Tod vom Unternehmer das Vertragsverhältnis in der Regel nicht. Wenn die Vertragsparteien für diesen Fall keine andere ausdrückliche Regelung getroffen haben, besteht gemäß § 672 S.

Was bedeutet Paragraph 1369 BGB?

§ 1369 BGB schützt den Ehepartner, indem er dem Ehegatten, dem ein Gegenstand des ehelichen Haushalts gehört (z. B. Möbel, Küchengeräte), verbietet, darüber zu verfügen (verkaufen, verschenken), ohne die Zustimmung des anderen Ehegatten, selbst wenn der Gegenstand allein sein Eigentum ist; diese Regelung dient dem Schutz des Familienheims und der Haushaltsausstattung und gilt primär im gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft. Bei fehlender Zustimmung kann das Familiengericht die Zustimmung ersetzen, und der übergangene Ehegatte kann die Herausgabe der Sache vom Dritten verlangen, der die Sache erworben hat. 

Was sind Ausgleichsansprüche?

Der Ausgleichsanspruch ist der Höhe nach beschränkt auf eine nach dem Durchschnitt der letzten fünf Jahre der Tätigkeit berechneten Jahresprovision. Vergleicht man den nach der Prognoseberechnung ermittelte Ausgleichsbetrag mit dem Höchstbetrag so zeigt sich, dass der Ausgleichsbetrag den Höchstbetrag übersteigt.

Wann ist die Verjährung von Ausgleichsansprüchen unter dem Miterben?

1 Nr. 2 BGB umfasse alle Ansprüche, die aus dem 5. Buch des BGB folgen und auf einer erbrechtlichen Grundlage beruhe. Somit verjähren Ausgleichsansprüche unter Miterben nach 30 Jahren.

Was ist eine Ausgleichszahlung?

Was ist eine Ausgleichszahlung? Eine Ausgleichszahlung im Unternehmensverkauf ist eine nachträgliche Anpassung des finalen Kaufpreises, die nach dem eigentlichen Vertragsabschluss fließt.

Was ist der Ausgleichsanspruch gemäß § 89b HGB?

(2) Der Ausgleich beträgt höchstens eine nach dem Durchschnitt der letzten fünf Jahre der Tätigkeit des Handelsvertreters berechnete Jahresprovision oder sonstige Jahresvergütung; bei kürzerer Dauer des Vertragsverhältnisses ist der Durchschnitt während der Dauer der Tätigkeit maßgebend.

Wie lange besteht der Provisionsanspruch nach Kündigung?

Nach der Kündigung eines Arbeits- oder Vertragsverhältnisses kann der Provisionsanspruch grundsätzlich bestehen bleiben, wenn er für den Zeitraum vor der Kündigung erworben wurde.

Wie viel Provision bekommt ein Handelsvertreter?

Abhängig vom Wert der Ware bewegt sich eine Handelsvertreter Provision zwischen 3 % und 50 %. Im Schnitt liegt sie bei ca. 10 % . Auch wenn ein Produkt neu am Markt ist, sind Unternehmen bereit, mehr zu berappen als beim Vertrieb bekannter Marken.