Die Rechtsfolgenlösung ist eine strafrechtliche Methode, die vom Bundesgerichtshof (BGH) entwickelt wurde, um bei atypischen Mordfällen (nach § 211 StGB), bei denen eine lebenslange Freiheitsstrafe unverhältnismäßig erscheint, den Strafrahmen zu verschieben, anstatt den Mordtatbestand zu verneinen. Anstatt der starren lebenslangen Strafe wird stattdessen der Strafrahmen des § 49 Abs. 1 Nr. 1 StGB angewendet, was eine zeitliche Freiheitsstrafe ermöglicht, oft in Fällen mit außergewöhnlichen Entlastungsmomenten, die nicht direkt die Tat entkräften, aber die Schuld mindern.
Welche Rechtsfolgenlösung gibt es bei Heimtücke?
Rechtsfolgenlösung
mit der sog. Rechtsfolgenlösung: Sofern die Verhängung einer lebenslangen Freiheitsstrafe nicht schuldangemessen erscheint, sind „außergewöhnliche Umstände“ über die Rechtsfolgenseite durch die Anwendung einer Strafmilderung gem. § 49 Abs. 1 StGB zu lösen.
Wann ist der Tatbestand des Mordes erfüllt?
Der Mord ist in § 211 StGB geregelt. Er wird mit lebenslanger Freiheitsstrafe bestraft. Ein Mord liegt dann vor, wenn jemand vorsätzlich den Tod eines anderen Menschen herbeiführt und zugleich ein Mordmerkmal verwirklicht.
Kann ein Totschlag geplant sein?
Entgegen der landläufigen Meinung grenzt sich der Mord nicht etwa durch eine gezielte Planung der Tötung gegenüber einer solchen aus Affekt ab. Ein Mord kann genauso begangen werden, wenn der Täter aus Affekt handelt und andersherum kann auch ein Totschlag geplant verübt werden.
Ist Einschüchterung strafbar?
Ja, Einschüchterung ist in Deutschland strafbar, vor allem durch die Tatbestände der Nötigung (§ 240 StGB) und der Bedrohung (§ 241 StGB), wobei letztere die Ankündigung eines Verbrechens oder eines bestimmten Vergehens umfasst, um jemanden zu einem Verhalten zu zwingen oder einzuschüchtern. Es geht darum, jemanden mit Gewalt oder empfindlichen Übeln zu etwas zu bewegen oder Furcht auszulösen, was sowohl direkt als auch online oder über Nachrichten erfolgen kann. Bei Bedrohung sollte man zur Polizei gehen, da dies ein Antragsdelikt ist und strafrechtlich verfolgt wird.
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Was sind die 5 Mordmerkmale?
Die fünf Hauptgruppen der Mordmerkmale nach deutschem Strafrecht (§ 211 StGB) sind: (1) Täterbezogene Motive (Mordlust, Befriedigung des Geschlechtstriebs, Habgier, sonst niedrige Beweggründe), (2) Verdeckungsabsicht (um eine andere Straftat zu ermöglichen/verdecken), (3) Heimtücke, (4) Grausamkeit und (5) Gemeingefährliche Mittel; es sind insgesamt elf spezifische Merkmale, die einen Tötungsdelikt zu Mord machen, wobei immer mindestens eines erfüllt sein muss.
Kann ein 13-Jähriger wegen Mordes bestraft werden?
Ab wann können Kinder strafrechtlich belangt werden? In Deutschland gelten Kinder unter 14 Jahren als nicht strafmündig. Paragraf 19 StGB lautet: "Schuldunfähig ist, wer bei Begehung der Tat noch nicht vierzehn Jahre alt ist."
Was sind die drei Tatbestandsmerkmale?
Die drei wesentlichen Tatbestandsmerkmale (oder besser: Prüfungselemente) für die Strafbarkeit einer Handlung sind der Tatbestand (objektiv und subjektiv), die Rechtswidrigkeit und die Schuld des Täters; diese bilden den dreistufigen Deliktsaufbau, der prüft, ob eine vorsätzliche Straftat vorliegt und ob dem Täter persönlich ein Vorwurf gemacht werden kann.
Was ist der Unterschied zwischen Totschlag und Tötung?
Während Mord gemäß § 211 StGB neben der vorsätzlichen Tötung bestimmte besonders verwerfliche Merkmale (sogenannte Mordmerkmale) voraussetzt, handelt es sich bei Totschlag nach § 212 StGB um eine vorsätzliche Tötung ohne das Vorliegen solcher Merkmale.
Können Schlafende arglos sein?
Arglos ist regelmäßig auch der Schlafende, wenn er einschläft. Er überlässt sich dem Schlaf im Vertrauen darauf, dass ihm nichts geschehen werde; in diesem Vertrauen überliefert er sich der Wehrlosigkeit. Arglos ist er hingegen nicht nur, ehe er einschläft.
Was bedeutet heimtückische Frau?
Heimtücke bedeutet in der deutschen Sprache eine hinterlistige Bösartigkeit, jemand hat z. B. ein heimtückisches Wesen. Ähnliche Begriffe sind Tücke, List, Arglist, Hinterlist, Hinterhalt, Täuschung und Überlistung sowie heimlich, klammheimlich und klandestin.
In welcher Reihenfolge prüft man Körperverletzungsdelikte?
Zuerst wird die einfache Körperverletzung geprüft, dann die gefährliche Körperverletzung. Zuerst wird die gefährliche Körperverletzung geprüft, dann die einfache Körperverletzung.
Was ist ein Beispiel für Totschlag?
Ein klassisches Beispiel für Totschlag ist eine tödliche Auseinandersetzung in einer hitzigen Situation, wie ein heftiger Streit, bei dem eine Person die Kontrolle verliert und die andere erschlägt – ohne dass Heimtücke oder andere Mordmerkmale (wie Habgier, niedrige Beweggründe) vorliegen. Der entscheidende Unterschied zu Mord ist das Fehlen dieser besonderen Tatumstände; hier wird der Tod vorsätzlich verursacht, aber in einem Impulsmoment oder ohne die typischen Tötungsabsichten eines Mordes.
Ist Totschlag ein Verbrechen oder ein Vergehen?
Verbrechen sind demnach Straftaten, die im Mindestmaß mit Freiheitsstrafe von einem Jahr oder darüber bedroht sind. Beispiele hierfür sind: Totschlag gem. § 212 StGB, Raub gem. § 249 StGB oder Meineid gem.
Was ist Totschlag im Affekt?
Totschlag im Affekt beschreibt eine Tötung, die in einem Zustand starker emotionaler Erregung erfolgt, bei dem die Selbstbeherrschung des Täters erheblich vermindert war. Solch eine Tat kann unter minder schweren Umständen betrachtet werden, falls der Täter durch das Opfer zuvor provoziert wurde.
Wann wird eine Anzeige wegen leichter Körperverletzung fallen gelassen?
Wann wird eine Anzeige wegen Körperverletzung fallen gelassen? Eine Anzeige wegen Körperverletzung kann aus verschiedenen Gründen fallen gelassen werden, z.B. wenn es an Beweisen mangelt, um die Anschuldigungen zu unterstützen oder die Verjährungsfrist abgelaufen ist.
Was sind die 3 Elemente einer Straftat?
Die drei Kernelemente einer Straftat im deutschen Recht sind Tatbestandsmäßigkeit, Rechtswidrigkeit und Schuld; wenn alle drei Voraussetzungen erfüllt sind, ist eine Handlung strafbar, wobei der Tatbestand die gesetzlichen Merkmale der Tat (objektiv und subjektiv) beschreibt, die Rechtswidrigkeit bedeutet, dass kein Rechtfertigungsgrund (wie Notwehr) vorliegt, und die Schuld prüft, ob der Täter schuldfähig und nicht entschuldigt war.
Was ist der Unrechtstatbestand?
Der Tatbestand im engeren Sinne, auch Unrechtstatbestand genannt, beschreibt die Straftat abstrakt und enthält damit vertyptes Unrecht. Die Grundstruktur des Tatbestandes dürfte Ihnen schon vom Lesen einzelner Normen bekannt sein. Sie sieht wie folgt aus: „Wer x tut oder y unterlässt, wird bestraft“.
Was ist die härteste Jugendstrafe?
(1) Das Mindestmaß der Jugendstrafe beträgt sechs Monate, das Höchstmaß fünf Jahre. Handelt es sich bei der Tat um ein Verbrechen, für das nach dem allgemeinen Strafrecht eine Höchststrafe von mehr als zehn Jahren Freiheitsstrafe angedroht ist, so ist das Höchstmaß zehn Jahre.
Ist man in den USA mit 13 strafmündig?
Der Beginn der Strafmündigkeit wird in den USA von den Bundesstaaten festgelegt und liegt – je nach Staat – zwischen dem vollendeten 6. und dem vollendeten 12. Lebensjahr.
Was passiert, wenn ein 12-Jähriger jemanden tötet?
Gemäß § 19 StGB sind Kinder unter 14 Jahren strafunmündig: § 19 StGB besagt: "Schuldunfähig ist, wer bei Begehung der Tat noch nicht vierzehn Jahre alt ist." Daher kann ein 12- oder 13-jähriges Kind, das jemanden tötet, nicht strafrechtlich belangt werden, da es nach deutschem Recht als strafunmündig gilt.
Ist Eifersucht ein Mordmerkmal?
Das Mordmerkmal der niedrigen Beweggründe liegt vor, wenn der Täter aus Gründen handelt, die nach allgemein-sittlicher Würdigung auf unterster Stufe stehen und daher besonders verwerflich sind. Gefühle wie Zorn, Eifersucht und Wut können niedrige Beweggründe gem.
Was ist das häufigste Mordmotiv?
Das häufigste Mordmotiv variiert je nach Kontext (real vs. fiktiv), aber in Deutschland sind Eifersucht/Beziehungstat (besonders bei männlichen Tätern und weiblichen Opfern), Habgier und das Motiv der Vertuschung (oft in Krimis) häufig, gefolgt von Rache, Streit/Affekt und religiösem/politischem Fanatismus; bei Partnerschaftsgewalt sind es oft Hass und gekränkte Männlichkeit.
Wie ist das Geschlecht der Mordopfer in Deutschland im Jahr 2024?
In Deutschland fallen insgesamt mehr Männer als Frauen Mord- und Tötungsdelikten zum Opfer, wobei Männer oft in der allgemeinen Statistik dominieren, aber Frauen überproportional stark bei partnerschaftlicher Gewalt und Femiziden betroffen sind. Speziell bei Tötungsdelikten im familiären Umfeld (Intimizide) sind Frauen deutlich überrepräsentiert, während Männer häufiger Opfer anderer Tötungsdelikte werden. Die Zahlen zeigen Schwankungen, aber der Trend ist, dass Männer in der Mehrheit der Tötungsdelikte getötet werden, während Frauen die Mehrheit der Opfer bei Gewalt in der Partnerschaft darstellen.
Was ist Paragraph 212?
Strafgesetzbuch (StGB) § 212 Totschlag
(1) Wer einen Menschen tötet, ohne Mörder zu sein, wird als Totschläger mit Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren bestraft. (2) In besonders schweren Fällen ist auf lebenslange Freiheitsstrafe zu erkennen.
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