Was ist das Syndrom der überaktiven Blase?

Das Syndrom der überaktiven Blase (ÜAB), auch Reizblase genannt, ist eine Blasenerkrankung, die durch einen plötzlichen, starken Harndrang gekennzeichnet ist, der oft schwer zu kontrollieren ist und zu häufigem Wasserlassen (Pollakisurie) und manchmal zu unkontrolliertem Urinverlust (Dranginkontinenz) führt, auch wenn die Blase kaum gefüllt ist, was die Lebensqualität erheblich einschränkt. Es wird durch eine überaktive Blasenmuskulatur verursacht, die sich zu früh zusammenzieht.

Wie macht sich eine überaktive Blase bemerkbar?

11 bis 16 Prozent und steigt mit zunehmendem Alter an. Frauen und Männer sind etwa in gleichem Maße davon betroffen. Patienten mit überaktiver Blase leiden unter einem übermäßig starken Harndrang, müssen sehr häufig zur Toilette rennen und verlieren mitunter auch Urin, wenn das plötzliche Harndranggefühl einschießt.

Was kann ich gegen eine überaktive Blase tun?

Dazu gehören:

  1. Beckenbodentraining.
  2. Entspannungsübungen (warme Sitzbäder)
  3. Toilettentraining.
  4. Medikamente (Anticholinergika/Spasmolytika)

Was ist das beste Medikament gegen überaktive Blase?

Besonders häufig werden Oxybutynin und Tolterodin als Reizblase-Medikamente genutzt – sie haben verhältnismäßig wenig Nebenwirkungen. Oxybutynin wird als Tablette oder Wirkstoffpflaster (Transdermalpflaster) angewendet. Manchmal wird der Wirkstoff auch als Lösung direkt in die Blase eingebracht.

Was ist eine überaktive Blase?

Reizblase / Überaktive Blase. Weltweit leiden Schätzungen zufolge über 50 Millionen Menschen unter den Symptomen der überaktiven Blase (engl. Overactive Bladder, OAB). Dabei beträgt der Anteil an überaktiver Blase erkrankten Menschen in der Allgemeinbevölkerung ab 40 Jahren zwischen 12 und 22 Prozent.

Was ist eine überaktive Blase? - Medizin ABC | Asklepios

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Was kann man gegen eine überaktive Blase tun?

  1. Verhaltenstherapien. Verhaltenstherapien sind in der Regel die erste Wahl bei der Behandlung einer überaktiven Blase. ...
  2. Medikamente in Tablettenform* Sie werden oft zusätzlich zu Verhaltenstherapien verschrieben, wenn diese allein nicht ausreichend helfen. ...
  3. Operationen.

Ist eine überaktive Blase ein Nierenproblem?

Menschen mit bestimmten Nierenerkrankungen (wie interstitieller Nephritis oder Nierenschäden infolge einer Sichelzellanämie) können ebenfalls vermehrt urinieren, da diese Erkrankungen auch die von den Nieren rückresorbierbare Flüssigkeitsmenge verringern. Selten wird häufiger Harndrang durch eine Rückenmarksverletzung oder -erkrankung verursacht.

Was unternimmt ein Urologe bei einer überaktiven Blase?

Bei geeigneten Patientinnen kann ein erfahrener Urologe oder ein Spezialist für Urogynäkologie und rekonstruktive Beckenbodenchirurgie (URPS) helfen. Er kann eine Behandlung mit Botox® (Onabotulinumtoxin) für die Blase anbieten. Botox® wirkt auf die Blase, indem es die Muskulatur der Blasenwand entspannt und so Harndrang und Dranginkontinenz reduziert.

Welches ist das beste rezeptfreie Medikament gegen überaktive Blase?

Oxybutynin-Pflaster . Das Oxybutynin-Pflaster (Oxytrol) ist das einzige rezeptfreie Medikament, das von der US-amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA zur Behandlung der überaktiven Blase (OAB) zugelassen ist. Es gehört zur Gruppe der Antimuskarinika und lindert die Symptome der OAB, indem es die Blasenmuskelkrämpfe entspannt, die den Harndrang verursachen.

Welche Tabletten entspannen die Blase?

Medikamente zur Behandlung von Harninkontinenz

  • Alfuzosin.
  • Doxazosin.
  • Prazosin.
  • Silodosin.
  • Tamsulosin.
  • Terazosin.

Wie oft muss man bei einer Reizblase auf die Toilette?

Bei Personen, die unter einer Reizblase leiden, sind es mindestens achtmal pro Tag.

Warum läuft mein Urin einfach so raus?

Eine überaktive Blase ist ein weiterer Grund, warum Urin einfach rausläuft. Dabei zieht sich die Blase plötzlich und unkontrolliert zusammen, selbst wenn sie gar nicht voll ist. Das kann zu starkem Harndranggefühl und plötzlichem Urinverlust führen. Ursachen dafür können Stress oder Anspannungen im Beckenboden sein.

Was kann ich tun, wenn ich dringend pipi muss, aber keine Toilette finde?

Wenn Sie dringend urinieren müssen, ohne eine Toilette zu finden, suchen Sie sofort eine diskrete Möglichkeit wie Büsche oder eine abgelegene Ecke, nutzen Sie eine Notfall-Pinkhilfe (Urinflasche, Urintrichter/Urinella für Frauen), die Sie dabei haben, oder einen Einweg-Urinbeutel mit Gel-Funktion. Ansonsten hilft nur, die Blase durch Beckenbodentraining oder Abklemmen der Harnröhre (durch Anspannung des Beckenbodens) so lange wie möglich zu kontrollieren, bis eine Toilette erreichbar ist.
 

Welcher Arzt bei überaktiver Blase?

Der Urologe vor Ort kann ggf. fachkundige Hilfe vermitteln. In Einzelfällen können auch Somatisierungstörungen Ursache einer überaktiven Blase sein. In diesem Fall ist eine fachkundige psychosomatische Mitbeurteilung hilfreich.

Was kann ich gegen ständigen Harndrang tun?

Bei ständigem Harndrang helfen oft eine Änderung des Lebensstils (Stressabbau, Verzicht auf Koffein/Alkohol), gezieltes Beckenbodentraining sowie Blasentraining, um die Abstände zwischen den Toilettengängen zu vergrößern; bei anhaltenden Beschwerden sollte jedoch ein Arzt aufgesucht werden, der bei Bedarf Medikamente oder andere Therapien verschreiben kann.
 

Welche Medikamente sind schlecht für die Blase?

Lesen Sie hier, auf welche Medikamente Sie achtgeben sollten.

  • Medikamente beeinflussen die Harnblase. ...
  • Diuretika fördern Inkontinenz. ...
  • Medikamente bei Prostatavergrößerung und Bluthochdruck. ...
  • Blutdrucksenkende Medikamente. ...
  • Betablocker. ...
  • Cholinergika und Cholinesterase-Hemmer. ...
  • Digitaliswirkstoffe und Herzglykoside. ...
  • Prostaglandin.

Welche Tabletten bei Blasenentleerungsstörung?

Medikamentöse Behandlung einer neurogene Blasenentleerungsstörung

  • Anticholinergika. Anticholinergika werden zur Behandlung von Inkontinenz eingesetzt. ...
  • Alphablocker. Alphablocker sorgen für eine erleichterte Urinabgabe durch Entspannung der Muskulatur.
  • Botulinumtoxin (Botox ®)

Welche häufigen Krankheiten kennen Sie aus dem Bereich Urologie?

Informationen zu urologischen Krankheitsbildern

  • Prostatakarzinom.
  • Harnblasenkarzinom.
  • Nierenzellkarzinom.
  • Hodentumor.
  • Peniskarzinom.
  • Benigne Prostatahyperplasie.
  • Harninkontinenz beim Mann.
  • Harnröhrenstriktur.

Wie untersucht ein Urologe die Blase der Frau?

Die Blasenspiegelung ermöglicht dem Arzt einen Blick ins Innere der Blase und der Harnröhre. Eine Endoskopie der Blase dauert wenige Minuten und wird in der Regel ambulant durchgeführt. Die Untersuchung erfolgt auf einem speziellen Stuhl, der eine gespreizte Lagerung der Beine möglich macht.

Was macht der Urologe bei häufigem Harndrang?

Zu den Basisuntersuchungen zur Abklärung eines vermehrten Harndranges gehört neben der Krankengeschichte des Betroffenen der körperliche Untersuchungsbefund, die Urin- und Blutuntersuchung, die Sonographie der Blase vor und nach dem Wasserlassen, die Sonographie der Nieren und die Harnflußmessung.

Ist eine überaktive Blase schlimm?

Oft sind die Betroffenen bei einem starken Harndrang nicht in der Lage, den Harn zurückzuhalten und die Toilette rechtzeitig zu erreichen. Eine überaktive Blase ist eine Erkrankung, die die Lebensqualität beeinträchtigt und zu sozialer Isolation und Depressionen führen kann.

Was hat die Niere mit der Blase zu tun?

Dieses filtert die harnpflichtigen Substanzen aus dem Blut heraus. Dazu sind die Nieren mit der Blase über die Harnleiter (Ureter) verbunden. Über die Ureter wird der Urin, der in den Nieren gebildet wird, in die Blase geleitet und von dort mitsamt den gefilterten Giftstoffen schließlich aus dem Körper ausgeschieden.

Wie merkt man, dass das mit der Blase nicht stimmt?

Blasenprobleme äußern sich oft durch starken, plötzlichen Harndrang, häufige Toilettengänge (auch nachts), Schmerzen oder Brennen beim Wasserlassen, schwachen Harnfluss, Unterleibsschmerzen und manchmal Tröpfchenabgang oder Inkontinenz; der Urin kann trüb, verfärbt und übelriechend sein, manchmal ist auch Blut dabei, und allgemeines Unwohlsein mit Fieber kann bei Infektionen auftreten, während die Lebensqualität durch Schlafstörungen und Angst vor Pannen leidet. 

Was kann ich gegen eine überaktive Blase tun?

Dazu gehören:

  1. Beckenbodentraining.
  2. Entspannungsübungen (warme Sitzbäder)
  3. Toilettentraining.
  4. Medikamente (Anticholinergika/Spasmolytika)

Was ist das neueste Medikament gegen überaktive Blase?

Ein neues Medikament gegen Reizblase ist Vibegron (Handelsname Obgemsa), seit Herbst 2024 in Deutschland zugelassen, ein Beta-3-Rezeptoragonist, der die Blasenmuskulatur entspannt, die Kapazität erhöht und eine Alternative zu älteren Medikamenten darstellt, vor allem wenn diese nicht wirken oder starke Nebenwirkungen verursachen. Es gibt auch andere Optionen wie Botox-Injektionen oder neue Therapien wie Radiofrequenztherapie, aber Obgemsa ist ein wichtiger neuer Wirkstoff im medikamentösen Bereich neben dem bereits bekannten Mirabegron.