Was ist besser, Verhaltenstherapie oder Tiefenpsychologie?

Es gibt nicht „besser“, sondern es kommt auf Ihre Ziele und Probleme an: Die Verhaltenstherapie ist gut für konkrete Probleme (Ängste, Phobien, Depressionen), zielt auf schnelle, alltagsnahe Lösungen und Verhaltensänderung. Die Tiefenpsychologie eignet sich besser für tiefere, wiederkehrende Muster und unbewusste Konflikte, die oft aus frühen Beziehungserfahrungen stammen, und möchte deren Ursachen verstehen. Beide sind wissenschaftlich anerkannt und wirksam, die Wahl hängt von der Art der Beschwerden und persönlichen Präferenzen ab.

Für wen eignet sich Tiefenpsychologie?

Grundsätzlich kann diese Art der Behandlung bei allen gängigen psychischen Erkrankungen angewendet werden. Dennoch bietet sich die tiefenpsychologische Therapie vor allem dann an, wenn die Ursache der Erkrankung durch zwischenmenschlichen Beziehungen oder bestimmte Situationen aus der Kindheit begründet sind.

Was ist der Unterschied zwischen Tiefenpsychologie und Verhaltenstherapie?

Verhaltenstherapie: Bei konkreten, gut abgrenzbaren Symptomen und dem Wunsch nach schnellen, alltagsnahen Lösungen. Tiefenpsychologie: Bei komplexen, tiefer liegenden Problemen, wiederkehrenden Mustern und dem Wunsch, die Ursachen zu verstehen und zu bearbeiten.

Für wen ist Verhaltenstherapie geeignet?

Diese Therapie wird angewandt bei z.B. Depressionen, Angst-, Ess- oder Schlafstörungen und Suchterkrankungen, aber auch ergänzend zur Bewältigung schwerer Krankheiten. Gedanken, Gefühle und Verhalten beeinflussen sich dabei gegenseitig.

Kann man Verhaltenstherapie und Tiefenpsychologie gleichzeitig machen?

Die Entspannungsverfahren dürfen bei Kombination mit Systemischer Therapie oder mit Verhaltenstherapie in derselben Sitzung durchgeführt werden, jedoch nicht „innerhalb“ der genehmigten Therapieeinheit der Richtlinien-Psychotherapie.

Warum Verhaltenstherapie dir nicht helfen wird

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Bei welchen Störungen Tiefenpsychologie?

Wissenschaftlich abgesichert ist die Wirksamkeit tiefenpsychologisch orientierter Therapien bei akuten Depressionen, bei der Posttraumatischen Belastungsstörung, bei der Panikstörung sowie mit der Übertragungsfokussierten und der Mentalisierungs-basierten Psychotherapie bei der Borderline-Persönlichkeitsstörung.

Welche Psychotherapie wirkt am besten?

Es gibt nicht die eine beste Psychotherapie, da die Wirksamkeit stark von der Art der Störung und individuellen Bedürfnissen abhängt; die Kognitive Verhaltenstherapie (KVT) ist am besten erforscht und oft bei akuten Problemen wie Depressionen wirksam, während die Tiefenpsychologie/Psychoanalyse bei tiefsitzenden, unbewussten Konflikten hilft und die Systemische Therapie gut für familiäre oder Beziehungsprobleme ist. Der wichtigste Faktor ist die gute Beziehung zum Therapeuten, daher sollte die Methode individuell mit einem Fachmann gewählt werden.
 

Wie anstrengend ist Verhaltenstherapie?

Die Anstrengung einer Verhaltenstherapie kann individuell sehr unterschiedlich empfunden werden und hängt von mehreren Faktoren ab, darunter die Art und Schwere der psychischen Problematik, die Persönlichkeit des Patienten, der therapeutische Ansatz und die Bereitschaft, sich aktiv auf den Prozess einzulassen.

Für welche Art von psychischer Störung eignen sich Verhaltenstherapien am besten?

Die kognitive Verhaltenstherapie wird zur Behandlung psychischer Erkrankungen wie Depressionen, Angststörungen, Zwangsstörungen, Essstörungen und Suchterkrankungen eingesetzt. Sie kann aber auch zur Behandlung körperlicher Beschwerden wie chronischer Schmerzen, Tinnitus und Rheuma verwendet werden.

Was sollte man dem Psychotherapeuten nicht sagen?

Man sollte dem Psychotherapeuten nicht unbedingt die alltäglichen Kleinigkeiten erzählen, die keine tieferen Gefühle auslösen, aber wichtig ist, Fehler, Schuldgefühle oder Dinge, die man bereut, zuzugeben, weil genau dort der Ansatz für Wachstum liegt, auch wenn es schwerfällt. Wichtig: Offenheit bei eigenen Fehlern, auch wenn es peinlich ist, ist für den Therapieerfolg entscheidend, während man dem Therapeuten nicht Dinge verschweigen sollte, die die Therapie blockieren, wie das Gefühl, nicht verstanden zu werden, oder Zweifel an der Beziehung. 

Wann zur Tiefenpsychologie?

Die Tiefenpsychologie eignet sich besonders für die Behandlung von Symptomen, die durch Lebensveränderungen oder psychosoziale Ereignisse hervorgerufen wurden sowie für die Lösung von interpersonellen Verhaltensschwierigkeiten.

Welche Therapie ist am besten bei Depressionen?

Die besten Therapien bei Depressionen sind eine Kombination aus Psychotherapie (besonders kognitive Verhaltenstherapie) und/oder Medikamenten (Antidepressiva), je nach Schwere und Phase der Erkrankung; oft werden beide Ansätze kombiniert, ergänzt durch weitere Maßnahmen wie Bewegung, Lichttherapie oder Entspannungstechniken, mit dem Ziel, die Symptome zu lindern und Rückfälle zu verhindern, wobei bei schweren Fällen auch stationäre oder spezialisierte Behandlungen nötig sein können. 

Wie lange Pause zwischen zwei Psychotherapien?

Auch innerhalb der zwei Jahre kann eine Therapie beim Wechsel der Therapieform, beim Vorliegen einer neuen Diagnose oder in Ausnahmefällen bei besonders dringendem Behandlungsbedarf auf Antrag genehmigt werden. Während der Zwei-Jahres-Frist ist jede Therapie gutachterpflichtig.

Wie läuft eine tiefenpsychologische Sitzung ab?

In der tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie wird Gefühlen grundsätzlich viel Raum gegeben. Der Patient oder die Patientin lernt, alle Emotionen – positive wie negative – zu erkennen und zu benennen. Manche Gefühle und Gedanken sind den Betroffenen möglicherweise peinlich oder unangenehm.

Was sind die Ziele der Tiefenpsychologie?

Das Ziel der Tiefenpsychologie ist es, Konflikte nicht nur aufzuarbeiten, sondern generelle Verhaltensmuster zu erkennen und dieses Wissen für zukünftige Konfliktsituationen zu nutzen. Die Tiefenpsychologie ist ein Verfahren, dem sich die Psychodynamische Psychotherapie bedient.

Wann ist eine Verhaltenstherapie sinnvoll?

Eine Verhaltenstherapie ist sinnvoll bei vielen psychischen Störungen wie Depressionen, Angst- und Zwangsstörungen, Sucht und Essstörungen, aber auch bei körperlichen Problemen wie chronischen Schmerzen, um das Denken, Fühlen und Handeln zu verbessern und konkrete Probleme zu bewältigen, wenn man aktiv mitarbeiten möchte und sich auf aktuelle Lösungen konzentriert. Sie eignet sich, wenn man verlernt hat, mit bestimmten Situationen umzugehen, und konkrete Verhaltensweisen ändern will, oft mit dem Ziel, kurzfristige Besserung zu erreichen.
 

Welche Alternativen gibt es zur Verhaltenstherapie?

Alternative Behandlungen

  • Lichttherapie. ...
  • Wachtherapie / Schlafentzugsbehandlung / Schlafphasenverlagerung. ...
  • Sport- und Bewegungstherapie. ...
  • Ergotherapie. ...
  • Soziotherapie. ...
  • Kreative Therapien (Kunst- und Musiktherapie) ...
  • Entspannungsverfahren. ...
  • Elektrokrampf- und Magnetkrampftherapie.

Ist Verhaltenstherapie gut bei Depressionen?

Depressionen: Kognitive Verhaltenstherapie langfristig wirksam. Eine kognitive Verhaltenstherapie kann Depressionen, die nicht allein auf eine medikamentöse Therapie ansprechen, langfristig lindern. Dies zeigt die Nachbeobachtung von Teilnehmern einer randomisierten klinischen Studie in Lancet Psychiatry (1).

Was mögen Psychotherapeuten nicht?

Psychotherapeuten mögen es nicht, wenn Patienten unrealistische Erwartungen haben, sich verschließen, die Grenzen zur persönlichen Beziehung verwischen, die Kompetenz infrage stellen oder ihnen unrealistische Versprechungen gemacht werden; sie schätzen hingegen Offenheit, Respekt und Realismus, um erfolgreich arbeiten zu können, und müssen professionelle Distanz wahren. 

Wie lange dauert es, bis eine Verhaltenstherapie anschlägt?

Wie lange die Verhaltenstherapie dauert, hängt unter anderem von Art und Schwere der psychischen Störung ab. Spezifische Phobien (z.B. eine Spinnenphobie) lassen sich manchmal innerhalb weniger Sitzungen überwinden. Die Behandlung einer schweren Depression hingegen kann sich über mehrere Jahre erstrecken.

Wohin zuerst bei psychischen Problemen?

Diese Anlaufstellen bieten schnelle Hilfe bei psychischen Problemen:

  • Krisentelefon der „TelefonSeelsorge“ Unter den Rufnummern 0800 1110111 und 0800 1110222 bekommen Erkrankte und Angehörige Soforthilfe. ...
  • Psychiatrische Klinik. ...
  • Rettungsdienst.

Wie erkennt man gute Psychotherapeuten?

Ein guter Psychotherapeut zeichnet sich durch Empathie, Vertrauen, Authentizität und eine klare, zielorientierte Arbeitsweise aus; er schafft eine sichere Umgebung, in der Sie sich verstanden fühlen, baut auf Ihre Stärken, macht Methoden transparent und arbeitet im Auftrag des Patienten, um gemeinsam zu konstruktiven Lösungen zu finden und das Leben einfacher zu machen, nicht komplizierter. 

Was ist das stärkste Mittel gegen Depressionen?

Das „stärkste“ Mittel gegen Depressionen gibt es nicht pauschal, da die Wirksamkeit individuell variiert, aber Agomelatin, Escitalopram und Vortioxetin gelten oft als besonders wirksam und gut verträglich; bei schweren, therapieresistenten Depressionen sind Elektrokrampftherapie (EKT) und schnell wirksame Substanzen wie Ketamin/Esketamin die stärksten Optionen. Die optimale Behandlung kombiniert oft Psychotherapie (z.B. kognitive Verhaltenstherapie) und Medikamente, wobei Bewegung und pflanzliche Mittel unterstützend wirken können.
 

Wann bringt Psychotherapie nichts?

Psychotherapie hilft nicht, wenn die Therapiebeziehung schlecht ist (mangelnde Chemie/Empathie), der Patient nicht motiviert ist oder unrealistische Erwartungen hat, die Störung zu schwer/chronisch ist, der Therapeut Fehler macht (falsche Technik, mangelnde Selbstreflexion) oder die Ursachen des Problems (biografische Tiefe) nicht adressiert werden, was zu Symptomlinderung ohne Heilung führt oder sogar zu Verschlechterungen. Auch wenn die „Chemie“ nicht stimmt, kann die Therapie scheitern.