§ 1369 BGB regelt, dass ein Ehegatte über ihm gehörende Gegenstände des ehelichen Haushalts (z.B. Möbel, Küche) nur mit Zustimmung des anderen Ehepartners verfügen darf, selbst wenn diese ihm allein gehören, um die wirtschaftliche Grundlage der Ehe zu schützen. Diese Zustimmungspflicht dient dem Schutz des anderen Ehepartners und kann durch das Familiengericht ersetzt werden, wenn sie unberechtigt verweigert wird.
Ist § 1369 BGB ein absolutes Verfügungsverbot?
Während im ehelichen Güterstand der Gütertrennung grundsätzlich keine Verfügungsverbote bestehen, müssen bei der Zugewinngemeinschaft die Vorschriften der § 1365 BGB und § 1369 BGB beachtet werden. Diese enthalten absolute Verfügungsverbote für das Vermögen im Ganzen sowie für Haushaltsgegenstände der Ehegatten.
Was passiert bei Verstoß gegen § 1365 BGB?
Rechtsfolge des Verstoßes gegen § 1365 BGB
Wird ein Vertrag über das Vermögen im Ganzen ohne die Zustimmung oder die Einwilligung des anderen Ehegatten, also unter Verstoß gegen § 1365 BGB geschlossen, ergibt sich die Rechtsfolge aus § 1366 BGB. Der Vertragspartner kann gemäß § 1366 Abs. 2 BGB den Vertrag widerrufen.
Was gehört nicht zum Zugewinn in der Ehe?
Nicht zum Zugewinn gehören Erbschaften und Schenkungen, die während der Ehe erhalten wurden, Vermögen, das bereits vor der Ehe bestand, sowie Gegenstände des persönlichen Bedarfs (wie Kleidung, Schmuck) und Entschädigungen/Schmerzensgeld. Ausnahmen sind Wertsteigerungen dieser Vermögenswerte (z. B. bei Immobilien) und bestimmte Vermögenswerte, die vertraglich ausgeschlossen wurden.
Was gilt als Schenkung unter Eheleuten?
Ehegatten haben einen Schenkungsteuer-Freibetrag in Höhe von 500.000 Euro. Dieser Freibetrag steht alle 10 Jahre zur Verfügung und gilt auch bei Erbschaften. Schenkungen des sogenannten Familienheims unter Ehegatten sind von der Schenkungsteuer befreit.
Familienrecht (6) - Zugewinngemeinschaft
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Wann ist eine Schenkung keine Schenkung mehr?
Demnach liegt keine Schenkung vor, wenn eine Person einen Vorteil an Vermögen erhält, weil ein anderer auf einen Vermögensanspruch verzichtet. Auch wenn ein Empfänger auf eine Erbschaft oder ein Vermächtnis zugunsten eines anderen verzichtet, liegt mit dem Vorgang keine Schenkung vor.
Wird eine Schenkung während der Ehe im Zugewinnausgleich berücksichtigt?
Das bedeutet, dass eine während der Ehe eingetretene Wertsteigerung des bei Eingehung der Ehe vorhandenen oder durch Schenkung, Erbschaft oder Übertragung im Wege der vorweggenommenen Erbfolge erworbenen Vermögenswertes einen Zugewinn des Vermögens darstellt, der über den Zugewinnausgleich auszugleichen ist.
Ist ein Lottogewinn Zugewinn in der Ehe?
Eine Gewinn im Lotto oder in der Lotterie gilt in der Ehe als Zugewinn. Ein Lotterie- oder Lottogewinn wird – anders als eine Schenkung oder ein Erbe – nicht dem Anfangsvermögen zugerechnet. Das bedeutet: Der Gewinn muss in einer Zugewinngemeinschaft gegebenenfalls geteilt werden.
Ist ein Verzicht auf den Zugewinnausgleich eine Schenkung?
Hinweis: Der Verzicht auf eine geltend gemachte Zugewinnausgleichsforderung kann Schenkung sein! Ein vorheriger Verzicht wird nach § 517 BGB nicht als Schenkung angesehen,1620 zumal es sich um ein familienrechtliches Geschäft eigener Art handelt, das einen Bereicherungswillen ausschließt.
Was bedeutet der Paragraph 1365 BGB?
§ 1365 BGB schützt das Vermögen von Ehepartnern in der Zugewinngemeinschaft: Ein Ehegatte darf ohne Zustimmung des anderen nicht über sein (fast) gesamtes Vermögen verfügen; dies gilt auch für einzelne, aber wesentliche Vermögensgegenstände (z.B. ein Haus oder Geschäftsanteile). Der Zweck ist die Sicherung des Zugewinnausgleichs, damit nicht ein Partner das gemeinsame Vermögen durch eine große Einzeltransaktion veräußert und den anderen benachteiligt. Verstöße führen zur schwebenden Unwirksamkeit des Geschäfts, das nachträglich genehmigt werden muss, sonst ist es unwirksam.
Kann ein Mann ein Haus ohne die Zustimmung der Ehefrau verkaufen?
Kann mein Ehepartner das Haus ohne meine Einwilligung verkaufen? Nein. Ehepartner, die in Trennung leben, haben beide zu gleichen Teilen Anspruch auf die gemeinsame Immobilie. Ein Verkauf kann also nur mit einer Zustimmung von beiden Seiten erfolgen.
Wie schütze ich mein Vermögen bei Scheidung?
Um Geld bei einer Scheidung zu schützen, sind ein Ehevertrag oder eine Scheidungsfolgenvereinbarung am besten, da sie den Zugewinnausgleich regeln, Sie können Gütertrennung vereinbaren oder den Ausgleich modifizieren, um bestimmte Vermögenswerte auszuklammern (z.B. Firmenanteile). Wichtig ist die frühzeitige rechtliche Beratung; willkürliches Leeren gemeinsamer Konten ist riskant und kann zu Nachteilen führen, da Sie die Hälfte des Guthabens rechtmäßig dem Partner zusteht.
Wann endet der Zugewinn in der Ehe?
Beim Güterstand der Zugewinngemeinschaft wird zum Ende der Ehe das während der Ehe erworbene Vermögen zwischen den Eheleutenausgeglichen. Wenn die Eheleute nicht durch einen notariellen Ehevertrag eine andere Vereinbarung treffen, gilt der gesetzliche Güterstand der Zugewinngemeinschaft ( § 1363 BGB ).
Welche Pflichten hat ein Ehemann gegenüber seiner Ehefrau?
Beistand und Fürsorge. Einvernehmliche Regelung gemeinsamer Angelegenheiten. Rücksichtnahme und Achtung des persönlichen Freiraums. Verständigungsbereitschaft.
Ist es besser, wenn beide Ehepartner im Grundbuch stehen?
Ja, es ist grundsätzlich besser und sicherer, wenn beide Ehepartner im Grundbuch stehen, da dies die Eigentumsverhältnisse klar regelt, beide Partner rechtlich gleichberechtigt sind und im Trennungsfall oder bei Tod eine Absicherung besteht, auch wenn es bei Entscheidungen zu mehr Abstimmungsbedarf führt. Steht nur ein Partner im Grundbuch, hat er die alleinige Entscheidungshoheit und der andere Partner kann ohne vertragliche Absicherung (wie Nießbrauchrecht) seinen Anspruch verlieren, selbst wenn er den Kredit mit abbezahlt hat.
Was wird bei Scheidung nicht geteilt?
Ohne Ehevertrag gilt der Güterstand der Zugewinngemeinschaft: Bei Scheidung wird der Vermögenszuwachs während der Ehe durch einen Zugewinnausgleich aufgeteilt. Immobilien können dem Zugewinnausgleich unterliegen, Erbschaften und Schenkungen fallen hingegen häufig nicht in den Zugewinn.
Was darf man im Trennungsjahr nicht machen?
Im Trennungsjahr darf man keine häusliche Gemeinschaft mehr führen (kein gemeinsames Kochen, Waschen, Einkaufen – „Tisch und Bett“ getrennt), keine Versorgungsleistungen füreinander erbringen und muss die Trennung von Tisch und Bett leben, auch wenn man noch unter einem Dach wohnt (getrennte Schlafzimmer, Haushalte). Auch wenn eine neue Beziehung erlaubt ist, beeinflusst sie Unterhaltsansprüche.
Was zählt nicht zum Zugewinn in der Ehe?
Nicht zum Zugewinn gehören Erbschaften und Schenkungen, die während der Ehe erhalten wurden, Vermögen, das bereits vor der Ehe bestand, sowie Gegenstände des persönlichen Bedarfs (wie Kleidung, Schmuck) und Entschädigungen/Schmerzensgeld. Ausnahmen sind Wertsteigerungen dieser Vermögenswerte (z. B. bei Immobilien) und bestimmte Vermögenswerte, die vertraglich ausgeschlossen wurden.
Kann ich vor der Scheidung mein Geld verschenken?
Schenken Sie Ihrem Ehe- oder eingetragenen Lebenspartner während Ihrer Ehe und vor der Scheidung Ihr Haus oder Ihren Miteigentumsanteil am Haus, bleibt die Schenkung steuerfrei, vorausgesetzt, der Partner bleibt auch nach der Scheidung im Haus wohnen.
Hat der Ehemann Anspruch auf das Erbe seiner Frau?
Nein. Selbst wenn Sie in der Ehe erben, steht Ihnen die Erbschaft allein zu. Die/Der Ehegatt:in hat keinen Anspruch auf das Erbe. Was unter Ehegatten gilt, gilt erst recht unter Geschiedenen: Die/Der Ex-Partner:in erbt nach der Scheidung nicht.
Was mindert den Zugewinnausgleich?
Was mindert den Zugewinnausgleich? Vermögensminderungen wie Schenkungen, verschwenderische Ausgaben oder illoyale Vermögensverlagerungen kurz vor der Scheidung werden in der Regel dem Endvermögen wieder zugerechnet (§ 1375 II BGB).
Was fällt unter Anstandsschenkungen?
Unter Anstandsschenkungen versteht man Zuwendungen aus besonderem Anlass, wie die üblichen Geschenke zu besonderen Tagen oder Anlässen (Weihnachten, Geburtstag). Eine feste Wertgrenze oder eigenständige Wertfestlegungen gibt es nicht.
Was ist eine schwere Verfehlung bei Schenkung?
Eine schwere Verfehlung liegt vor, wenn der Beschenkte durch sein Verhalten den Schenker oder einen nahen Angehörigen des Schenkers in besonderer Weise verletzt oder geschädigt hat oder eine solche Verletzung oder Schädigung unmittelbar bevorsteht.
Was passiert, wenn Schenker vor 10 Jahren stirbt?
Stirbt der Schenker innerhalb der 10-Jahres-Frist, werden Schenkungen dem Erbe hinzugerechnet (sogenannte Akkumulation), was den Pflichtteilsergänzungsanspruch erhöhen kann, da die Schenkungen steuerlich und erbrechtlich wieder auf den Gesamtwert aufgeschlagen werden, wobei der Wert der Schenkung anteilig abgeschmolzen wird, je länger der Tod her ist (im ersten Jahr voll, danach sinkt der Wert). Die Frist beginnt mit jeder Schenkung neu zu laufen, was bei Schenkungen mit Nießbrauch (lebenslanges Nutzungsrecht) erst mit dem Wegfall des Nießbrauchs (also oft erst mit dem Tod) beginnt, sodass diese Schenkungen fast immer in die Berechnung einfließen.
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