Räumungsschutz bekommt man, wenn eine drohende Zwangsräumung eine unzumutbare Härte für Mieter darstellt, z. B. wegen Schwangerschaft (Mutterschutzfristen), nachgewiesener Suizidgefahr, einer schweren, vorübergehenden Erkrankung oder wenn ein Auszug zu einer drohenden Obdachlosigkeit führt, weil eine neue Wohnung erst nach dem Räumungstermin bezogen werden kann. Der Antrag muss spätestens zwei Wochen vor dem Räumungstermin beim zuständigen Vollstreckungsgericht eingereicht werden und erfordert Nachweise wie ärztliche Atteste oder Mietverträge für eine neue Wohnung.
Wann bekomme ich Räumungsschutz?
Räumungsschutz kann demnach nur dann gewährt werden, wenn die Räumung bereits durch die Gerichtsvollzieherin/den Gerichtsvollzieher angekündigt wurde. Ein Räumungsschutzantrag ist spätestens zwei Wochen vor dem von der Gerichtsvollzieherin oder dem Gerichtsvollzieher festgesetzten Räumungstermin zu stellen.
Wer entscheidet über den Räumungsschutz?
Einen Antrag auf Räumungsschutz können Sie beim Amtsgericht stellen. Zuständig ist das Amtsgericht, in dessen Bezirk die Räumung erfolgen soll. Sofern Sie sich über die Zuständigkeit unsicher sind, erfragen Sie diese vorab bei Gericht.
Was ist ein begründeter Räumungsschutzantrag?
Ein Räumungsschutzantrag kann für Mieter ein wichtiges Hilfsmittel sein. Muss die Wohnung beispielsweise nach einer wirksamen Eigenbedarfskündigung geräumt werden und wurde dies gerichtlich nach einer Räumungsklage festgelegt, kann ein solcher Antrag den Mietern mehr Zeit gewähren.
Wann wird ein Antrag auf Räumungsschutz abgelehnt?
Bedeutung für Räumungsschutz
Unzureichende Bemühungen können zur Ablehnung des Antrags führen, selbst wenn besondere Härtefälle wie eine kinderreiche Familie vorliegen. Die Beweislast für ausreichende Suchbemühungen liegt vollständig bei Ihnen als Mieter.
So wehrst Du Dich gegen eine Räumungsklage
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Wie kann ich eine Zwangsräumung noch verhindern?
Ja, es gibt verschiedene Möglichkeiten, eine Zwangsräumung zu verhindern oder hinauszuzögern. Eine Verteidigung gegen die Räumungsklage oder die Beantragung einer Räumungsfrist gemäß § 721 ZPO oder die Beantragung von Räumungsschutz nach § 765a ZPO kann die Durchführung der Zwangsräumung verzögern.
Wie viel kostet ein Räumungsschutzantrag?
Für die Entscheidung über den Räumungsschutzantrag fallen Gerichtsgebühren von 15,00 Euro zzgl. der Zustellgebühren von 3,50 Euro an. Die Kosten sind vom Schuldner zu tragen, § 788 Abs. 1 ZPO.
Ist eine kalte Räumung strafbar?
Eine kalte Räumung (eigenmächtige Entmietung ohne Gerichtsbeschluss) ist für Vermieter extrem riskant und kann zu hohen Strafen in Form von Schadensersatz und Schmerzensgeld führen, da sie als verbotene Eigenmacht gilt, die Grundrechte des Mieters verletzt und den Vermieter verschuldensunabhängig haftbar macht, insbesondere wenn er kein detailliertes Inventar erstellt. Der Vermieter muss die Folgen tragen, wenn der Mieter seine Sachen einfordert oder Schäden entstehen, da die Beweislast bei ihm liegt, die Abwesenheit der Gegenstände zu beweisen.
Was ist eine sittenwidrige Härte?
Eine Sittenwidrigkeit liegt vor, wenn etwas gegen die guten Sitten verstößt. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn eine Person in der Öffentlichkeit ohne Hose herumläuft.
Was sind Härtefälle bei Räumungsklage?
Gemäß § 765a ZPO können betroffene Mietparteien einen Antrag auf Vollstreckungsschutz stellen, um die Räumungsklage wegen eines Härtefalls abzuwenden. Ein Härtefall liegt vor, sofern die Räumung für die Mietpartei eine unzumutbare Härte darstellt.
Was ist der häufigste Grund für eine Räumungsklage?
Häufiger Grund für die Einleitung einer Räumungsklage sind Mietrückstände, aber auch andere Vertragsverstöße, wie die unerlaubte Untervermietung oder wiederholte Verstöße gegen die Hausordnung, können dazu führen.
Kann mich mein Vermieter auf die Straße setzen?
Selbst wenn Du vor Gericht verlieren solltest, kann Dich Dein Vermieter nicht eigenmächtig auf die Straße setzen: Er muss in jedem Fall einen Gerichtsvollzieher mit der Vollstreckung des Urteils beauftragen. Nur dieser darf die Zwangsräumung vornehmen. Er versiegelt dann die Wohnung und verweigert Dir den Zutritt.
Wie kann ich eine Zwangsräumung abwenden?
Räumungsklage abwenden oder aufschieben
Um die Räumungsklage abzuwenden, gibt es folgende Möglichkeiten. Mieter zahlen die ausstehenden Mieten innerhalb von zwei Monaten (dann erlischt der Räumungsanspruch). Sie erwirken einen Aufschub durch Widerspruch gegen die Räumungsklage. Gegen das Urteil wird Berufung eingelegt.
Wer trägt die Kosten für die Räumung?
Wer zahlt die Kosten? Die Frage, wer die Kosten für eine Entrümpelung übernimmt, hängt vom jeweiligen Fall ab. In der Regel trägt der Auftraggeber, also der Eigentümer oder Mieter der Wohnung, die Kosten. Ist der Mieter jedoch nicht zahlungsfähig, kann der Vermieter unter bestimmten Voraussetzungen einspringen.
Was passiert, wenn ich nach Kündigungsfrist immer noch keine Wohnung gefunden habe?
Hat ein Mieter bei Zwangsräumung keine neue Wohnung, kann er Räumungsfrist beantragen, um zwei bis drei Monate mehr Zeit zu gewinnen. Findet er trotzdem keine Wohnung, kann er Fristverlängerung beantragen und erhält bis zu einem Jahr zusätzlich. Danach erfolgt die Räumung wie geplant.
Wie lange dauert es, bis es zu einer Zwangsräumung kommt?
Wie lange dauert es von der Räumungsklage bis zur Zwangsräumung? Die Dauer einer Räumungsklage variiert stark – im Idealfall zwei Monate bei Versäumnisurteil, meist jedoch sechs bis zwölf Monate. Bei komplexen Fällen oder Rechtsmitteln kann das Verfahren bis zu zwei Jahre dauern.
Wann liegt eine unbillige Härte vor?
Eine unbillige Härte liegt vor, wenn dem Betroffenen Nachteile entstehen, die über die eigentliche Zahlung hinausgehen und die nicht oder nur schwer wiedergutgemacht werden können (h.M., vgl.
Was ist juristisch sittenwidrig?
Definition: Sittenwidrig ist dabei jedes Verhalten, welches gegen das Anstandsgefühl aller billig und gerecht Denkenden verstößt. Dass diese “Definition” allerdings nicht unmittelbar weiterhilft, leuchtet ein. Entscheidend ist die Sozialmoral des anständigen Durchschnittsmenschen.
Welche Möglichkeiten gibt es, eine Zwangsräumung zu verhindern oder hinauszuzögern?
Der Mieter kann die Räumungsklage und damit die Zwangsräumung abwenden, indem er seine Schulden bis zwei Monate nach Zustellung der Räumungsklage bezahlt. Der Zahlungsausgleich macht die außerordentliche Kündigung unwirksam.
Was tun, wenn man vom Nachbarn schikaniert wird?
Wenn Ihr Nachbar Sie terrorisiert, sollten Sie zuerst das Gespräch suchen, dann ein Lärm- oder Störungsprotokoll führen, bei akuter Gefahr die Polizei rufen (110), den Vermieter/Hausverwaltung informieren und bei anhaltenden Problemen einen Anwalt einschalten, um rechtliche Schritte wie Abmahnung, Unterlassungsklage oder Anzeige zu erwägen.
Welche Arten von Räumung gibt es?
Welche Arten der Räumung gibt es?
- klassische Räumung. Die „klassische“ Räumung erfolgt unter Zuhilfenahme z.B. einer Möbelspedition, die die in den Räumlichkeiten vorgefundenen Gegenstände herausnimmt und gegebenenfalls einlagert. ...
- Vereinfachte Räumung.
Wer hat bei einer kalten Räumung die Beweislast?
Sollte ein Vermieter bei einer kalten Räumung ein Bestandsverzeichnis nicht anfertigen, so trägt er alleinig die Beweislast. Die Besitztümer des Mieters, der sich dann wegen Schadensersatzforderungen an den Vermieter wendet, können sogar gerichtlich geschätzt werden.
Wie erhält man einen Räumungsbefehl?
Wenn ein Mieter die Wohnung nicht bis zum vereinbarten Räumungstermin räumt, kann der Vermieter einen Räumungsbefehl beim Amtsgericht beantragen . Sobald dieser Antrag zusammen mit der entsprechenden Gerichtsgebühr beim Amtsgericht eingereicht wurde, stellt das Gericht eine Befehlsnummer aus.
Wie lange kann ich Räumungsschutz beantragen?
Für den Räumungsschutz ist eine Mindestfrist nicht bestimmt, sie muss lediglich den Umständen nach angemessen sein. Jedoch ist eine Höchstgrenze von einem Jahr gemäß § 721 Abs. 5 ZPO zu beachten, welche nicht überschritten werden darf. Die Räumungsfrist beginnt mit dem Tag der Rechtskraft des Urteils.
Kann man selber eine Räumungsklage ohne Anwalt machen?
Wussten Sie, dass Sie eine Räumungsklage auch selbst einreichen und durchsetzen können – ganz ohne Anwalt? Das ist immer dann zulässig, wenn das Amtsgericht zuständig ist und das ist bei Wohnungsmietverhältnissen immer der Fall.
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