Ist ein Hund ein Kündigungsgrund?

Das Gericht sah in der eigenmächtigen Anschaffung des Hundes also einen Kündigungsgrund. Als Konsequenz für die Praxis ergibt sich daher, dass der Vermieter die ungenehmigte Hundehaltung abmahnen und die Abschaffung des Hundes verlangen muss.

Wann kann ein Vermieter einen Hund verbieten?

Oft liest man in Mietverträgen von Klauseln, die die Tier- oder Hundehaltung kategorisch untersagen. Dieses Verbot ist aber wegen der grundsätzlichen Einschränkung der Persönlichkeitsrechte der Mieter nicht gültig. Rechtlich steht den Mietern eine gründliche Abwägung der Interessen der beteiligten Parteien zu.

Ist ein Haustier ein Kündigungsgrund?

Die Tierhaltung eines Mieters stellt dann einen Kündigungsgrund dar, wenn sie entweder unerlaubt ist oder andere erheblich beeinträchtigt/stört. Nur dann ist die Tierhaltung nicht vertragsgemäß (Lützenkirchen in: Lützenkirchen, Mietrecht, 2. Aufl. 2015, § 543 BGB).

Welche Hunde Darf der Vermieter nicht verbieten?

Der Vermieter darf kein allgemeines Hundehaltungsverbot aussprechen. Der Vermieter darf die Hundehaltung aber einschränken. Die Größe des Hundes oder Gefährlichkeit des Tieres dürfen dabei eine Rolle spielen. Auch bei Geruch- oder Lärmbelästigung darf die Erlaubnis zurückgezogen werden.

Was sind sachliche Gründe gegen Hundehaltung?

Hierbei muss er Gründe anführen, die gewichtiger sind als das Interesse des Mieters an Haltung eines Hundes. In Betracht käme eine Verweigerung wegen der besonderen Gefährlichkeit eines Tieres, starken Allergien anderer Mieter und bei ähnlichen gravierenden Konstellationen.

Hundehaltung - Vermieter kündigt Mieter. Darf er das? | Tutorial

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Wann muss der Vermieter einen Hund erlauben?

Einen Hund darf der Vermieter dann untersagen, wenn er konkrete Beeinträchtigungen durch das Tier erwarten kann. Gibt es im Vertrag keine Klauseln zu Hunden, bedeutet das nicht automatisch, dass sie erlaubt sind!

Kann Vermieter Hund nachträglich verbieten?

Tierhaltung in der Mietwohnung nachträglich verbieten

Die Tierhaltung kann nachträglich verboten werden, wenn das Haustier die Mitbewohner nachweislich belästigt, zum Beispiel durch: Lärm, zum Beispiel durch dauerndes Bellen. Dreck, zum Beispiel dauernde Häufchen im Flur. Gefahr, die von einem Tier ausgeht.

Kann man Mieter wegen Hund kündigen?

Die Richter entscheiden, dass die vertragswidrige Hundehaltung keine fristlose Kündigung rechtfertige, sofern von dem Hund keine konkreten und akuten Beeinträchtigungen ausgehen. Notwendig sei schon neben der ungenehmigten Hundehaltung eine schuldhafte Störung des Hausfriedens und eine vorangegangene Abmahnung.

Kann mein Vermieter mich einfach kündigen wegen Hund?

Es ist laut Mietrecht bei Tieren jedoch nicht zulässig, dass ein Mieter allein wegen einer fehlenden Zustimmung des Vermieters gekündigt wird. Wenn der Vermieter jedoch die Mieter dazu auffordert, das jeweilige Kleintier unter Angabe wichtige Gründe abzuschaffen, muss der Mieter diesem Wunsch des Vermieters nachkommen.

Kann man Mietern Tierhaltung verbieten?

Generell alle Tiere in einer Mietwohnung zu verbieten ist nicht zulässig. Die Tierhaltung muss jedoch in zumutbarem Rahmen bleiben. Für bestimmte Arten (groß oder exotisch) ist eine Haltungserlaubnis des Vermieters erforderlich. Kleintiere wie Fische oder Hamster in zumutbarer Zahl muss der Vermieter dulden.

Kann Hundehaltung in Mietwohnung verboten werden?

Grundsätzlich dürfen Mieter Hunde und Katzen halten. Der Bundesgerichtshof (BGH) hat eindeutig entschieden, dass Formularmietverträge kein generelles Verbot zur Hunde- und Katzenhaltung enthalten dürfen (Az.: VIII ZR 168/12).

Wie lange darf man laut Gesetz einen Hund alleine lassen?

Das deutsche Tierschutzgesetz formuliert keine klaren Grenzen, wie lange ein Hund alleine gelassen werden darf. Die einzige klare Richtlinie formuliert täglich eine mindestens vierstündige Umgangszeit des Hundes mit einer Betreuungsperson unabhängig vom Vorhandensein weiterer Hunde.

Kann Arbeitgeber Hund verbieten?

Darf der Chef Hundehaltung verbieten? Grundsätzlich kann der Vorgesetzte eine Erlaubnis zur Hundehaltung am Arbeitsplatz erteilen. Wenn die Mitnahme der Fellnase ins Büro schon seit Jahren geduldet wurde, entsteht daraus sogar möglicherweise ein Rechtsanspruch.

Was tun wenn der Vermieter Hunde verbietet?

Für eine Verweigerung der Erlaubnis zur Hundehaltung braucht der Vermieter triftige Gründe. Verbietet der Vermieter einen Hund oder verweigert die Erlaubnis zur Hundehaltung grundlos, kann ein Mieter im Einzelfall seinen Anspruch gerichtlich durchsetzen.

Kann man einen Hund halten wenn man berufstätig ist?

Bei der Arbeit den Hund allein lassen

Ihren Hund jeden Tag acht – oder mit Anfahrtszeit auch neu oder zehn Stunden – allein in der Wohnung zu lassen, ist nicht artgerecht. In der Regel sollte Ihr Vierbeiner tagsüber niemals mehr als sechs Stunden allein sein, und auch das nur, wenn er langsam daran gewöhnt wurde.

Warum erlauben Vermieter keine Hunde?

Große Hunde lassen sich in sehr kleinen Wohnungen schlechter unterbringen. Auch die Anzahl der gehaltenen Tiere ist relevant. Hier kommen die Interessen des Vermieters ins Spiel. Ist durch die Tierhaltung in der Mietwohnung eine erheblich verstärkte Abnutzung der Wohnung zu erwarten, stellt dies einen Verbotsgrund dar.

Wie fragt man Vermieter nach Hund?

sehr geehrte Damen und Herren, ich / wir möchte(n) Sie darum bitten, dass Sie mir / uns die Erlaubnis für die Haltung eines Haustiers erteilen. Gemäß meinem / unserem Mietvertrag benötige ich Ihre Genehmigung. Das Wesen des Tiers gilt als gutmütig.

Warum verbieten Vermieter Hunde?

Die Größe des Tieres, die Hunderasse als auch die Anzahl der gehaltenen Hunde spielt bei der Entscheidung eine Rolle. Sollte der Hund zu einer verstärkten Abnutzung der Mietimmobilie führen, kann der/die Vermieter*in die Haltung verbieten.

Kann Vermieter Hundehaltung widerrufen?

September 2020 (Az.: 65 S 255/19, juris) entschieden, dass der Widerruf der Erlaubnis des Vermieters zur Hundehaltung unwirksam ist, wenn sich der Mieter nach einer Abmahnung an die Regeln gehalten hat, die ihm im Rahmen der erteilten Genehmigung zur Hundehaltung auferlegt worden sind.

Wie lange darf ein Hund zur Pflege bleiben?

3 bis 5 Tagen im Monat - aber es kommt immer auf den Einzelfall (eventuell vom Hund ausgehende Störungen) und im Streitfall auch auf das örtliche Gericht an. Bei einer als gefährlich eingestuften Hunderasse neigen Gerichte dazu, dass eine vorübergehende kurzzeitige Pflege als generell unzulässig gesehen wird.

Was sagt das BGB über Tiere?

Tiere sind keine Sachen. Sie werden durch besondere Gesetze geschützt. Auf sie sind die für Sachen geltenden Vorschriften entsprechend anzuwenden, soweit nicht etwas anderes bestimmt ist.

Welche Tiere darf man ohne Erlaubnis des Vermieters halten?

So werden sogenannte Kleintiere, wie zum Beispiel Kaninchen, Fische, Meerschweinchen, Hamster und Wellensittiche als harmlos eingestuft. Sie dürfen problemlos und ohne die Zustimmung des Vermieters in der Wohnung/im Haus gehalten werden“, so Rechtsanwalt Henning Meyersrenken.

Wie viele Hunde muss ein Vermieter dulden?

Außerdem muss sich der Mieter auf das ortsübliche Maß an Tieren beschränken. Das sind in der Regel 2 Haustiere. (OLG München, Az.: 5 U 7178/89) Die Anzahl ist aber auch von der Größe der Mietwohnung abhängig.

Wie groß muss eine Wohnung für einen Hund sein?

Dennoch raten Experten davon ab, in einer 30-Quadratmeter-Wohnung einen besonders großen Hund zu halten. Denn das Tier würde automatisch einen gewissen Raum einnehmen, der das Zusammenleben erschwert. Ein Hund sollte außerdem zumindest seinen eigenen Ruhebereich haben, der nur ihm gehört.

Kann mir jemand meinen Hund wegnehmen?

Treiben es Tierhalter zu weit, kann ihnen durch behördliche Anordnung das Haustier entzogen werden. In aller Regel wird einem Tierhalter ein Haustier erst dann weggenommen, wenn es wiederholt zu Auffälligkeiten gekommen ist und der Betroffene behördliche Anordnungen ignoriert hat.

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